Gefahrenzone nach Unfall im Sicherheitsfokus. Ecke Hermannstraße/Kardinal- Piffl-Platz: Gefährlicher Fußgängerübergang soll nach Unfall entschärft werden.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 17. Juni 2020 (04:14)
Am Samstag, 6. Juni, gegen 22.30 Uhr, wurde ein älterer Passant von einem Taxi am Schutzweg Hermannstraße/Kardinal-Piffl-Platz erfasst.
privat

Samstag, 6. Juni, gegen 22.30 Uhr. Ein Taxi ist von der Hermannstraße Richtung Kardinal-Piffl-Platz unterwegs. Im Bereich des Schutzwegs bei der Leopoldi-Bar kommt es zu einem folgenschweren Unfall. Das Taxi übersieht einen älteren Passanten, der sich auf dem Schutzweg befindet. Polizei, Rettung waren gleich zur Stelle. Der Fußgänger wurde mit unbekannten Verletzungen in das Spital gebracht. Eine Situation, die Elisabeth Liegler aus ihrer Wohnung beobachten konnte – und eigentlich schon erwartete. „Dieser Schutzweg ist brandgefährlich“, weiß Liegler auch aus eigener Erfahrung.

Die Klosterneuburgerin hat die Gefährlichkeit dieses Fußgängerübergangs am eigenen Leib erlebt. „In einer Woche kam es selbst für mich drei Mal zu einer gefährlichen Situation. Mich hättn’s dort schon oft zusammengeführt“, so Liegler.

„Muss denn noch mehr passieren, bis hier wirklich etwas gemacht wird?“ Elisabeth Liegler, Passantin

Ihrer Wahrnehmung nach kommen die Autofahrer von der Hermannstraße und glauben, sich nach der Markgasse weiterhin auf einer Einbahnstraße zu befinden. Dem ist aber nicht so. Ab der Markgasse gibt es Gegenverkehr. „Die schießen in den Kreuzungsbereich und schneiden die Kurve“, glaubt Liegler zu wissen. Durch den Bewuchs des Kardinal-Piffl-Parks herrsche eine Einschränkung der Sicht. An die Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 Stundenkilometer halte sich sowieso keiner.

Bietet Geschwindigkeitsmessung vor dem Schutzweg an: Verkehrsstadtrat Johannes Kehrer, PUK.
NÖN

In der Hoffnung, etwas zur Verkehrsicherheit an dieser Stelle beitragen zu können, wendet sich Liegler an die Stadtgemeinde und schildert ihre Erlebnisse. Eine Erhöhung des Straßenniveaus im Schutzwegbereich könnte ihrer Meinung nach helfen und die Situation entscheidend entschärfen. Liegler: „Man hat mir gesagt, das wäre nur im Rahmen einer umfassenden Straßensanierung möglich, und hat eine elektronische Geschwindigkeitsmessung vor der Kreuzung angeboten. Wir wissen doch alle, dass so eine elektronische Tafel mit einem lachenden oder traurigen Smiley wenig hilft. Die Autofahrer halten sich doch nicht daran.“

In diesem Viertel gäbe es viele ältere Menschen und vor allem Schulkinder auf dem Weg in die Schule. Liegler: „Muss denn noch mehr passieren, bis hier wirklich etwas gemacht wird?“.

„Tatsächlich arbeiten wir sukzessive daran, die bauliche Infrastruktur in verkehrsberuhigten Zonen auch so zu gestalten“, so die Stellungnahme von Verkehrsstadtrat Johannes Kehrer (PUK). Aufpflasterungen in Kreuzungen und an Fußgängerquerungen könne man aus budgetären Gründen aber nur dort machen, wo ohnehin erneuert würde. Kehrer: „Als Sofortmaßnahme, und um Daten zu gewinnen, ist eine Geschwindigkeitsmessung sicher zielführend, das hat sich vielfach erwiesen.“

Man werde sich aber die Situation natürlich genau anschauen und evaluieren, was getan werden kann. Wenn man den tragischen Unfall, bei dem der Fahrer ja offenbar angegeben hat, nicht auf die Straße geschaut zu haben, nur auf die baulichen Gegebenheiten schiebt, mache man es sich zu einfach, so der Verkehrsstadtrat.