Klosterneuburg

Erstellt am 31. Oktober 2018, 04:35

von Christoph Hornstein

Gemeindefriedhof im Spitzenfeld der Friedhofsgebühren. Große preisliche Unterschiede in ganz Niederösterreich. Klosterneuburg ist auch am Friedhof teures Pflaster.

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Dass Sterben eine teure Angelegenheit ist, ist jedem Erdenbürger nicht nur zu Allerheiligen bewusst. Neben den allgemeinen Begräbniskosten sind Friedhofsgebühren zu berappen. In den meisten Gemeinden gibt es die Möglichkeit, die Verblichenen in einem Erdgrab, einem Urnengrab oder einer Gruft zu bestatten. Der häufigste Typ ist das Doppelgrab (oder auch Familiengrab), das vier Verstorbene fasst.

Für diese vier Bestattungsformen hat die Recherche-Plattform „Addendum“die Preise für ganz Niederösterreich erhoben. Mit den unterschiedlichsten Ergebnissen. Klosterneuburg liegt da mit seinem Gemeindefriedhof – Oberer- und Unterer Stadtfriedhof – preislich im Spitzenfeld. Wobei man für die letzte Ruhestätte auf privaten Pfarrfriedhöfen rund die Hälfte an Gebühren entrichten muss, die man an die Stadtgemeinde zahlen muss.

Unterschiede der Gebühren in ganz Niederösterreich sind enorm

 „Addendum“ hat die Kosten für die Verlängerung von Grabstellen sowie für die Beerdigung auf rund 1.400 Friedhöfen erhoben, analysiert und visualisiert. Das umfasst Daten für rund 1.200 Gemeinden in Oberösterreich, Niederösterreich, Steiermark, Wien und dem Burgenland. Die Daten kommen von den verantwortlichen Gemeinden und Pfarren.

Warum diese umfassende Erhebung? „Geht es um den Tod, dann ist die Preisfrage ein Tabu. Große Preisspannen für vergleichbare Grabarten gehen aber zulasten der Hinterbliebenen“, so ein Sprecher von Addendum. Die günstigste Art, unter die Erde zu kommen, besteht in einem einfachen Erdgrab. Für so eine
Grabstätte muss man in Bisamberg, Bezirk Korneuburg, satte 872 Euro hinlegen.

In Wiener Neustadt bekommt man ein „einfaches Erdgrab“ schon um 78 Euro. Am Klosterneuburger Stadtfriedhof ist diese Art der einfachsten Bestattung auch nicht gerade billig. Die Stadtgemeinde verlangt für ein vergleichbares Grab 800 Euro an Gebühren und ist damit Spitzenreiter im Bezirk Tulln. Der einzige Unterschied stellt die Belegung des Grabes – also die Höchstanzahl der im jeweiligen Grab zu Bestattenden – dar. Dies kann zwischen zwei und sechs Verstorbenen variieren.

Der häufigste Typ ist das Doppelgrab (oder auch Familiengrab), das vier Leichen fasst. Dies ist die einzige von den erhobenen Bestattungsarten, bei der Klosterneuburg nicht unter den teuersten drei im Bezirk Tulln zu zu finden ist. In Pyhra, Bezirk St. Pölten, muss man dafür 1.000 Euro bezahlen, in Waidhofen an der Ybbs, Pfarre St. Leonhard, hingegen nur 200.

Urnengräber sind nicht günstiger

Wer glaubt, es sei billiger, die sterblichen Überreste in Form von Asche zu Grabe zu tragen, irrt gewaltig. Jedenfalls in Seefeld-Kadolz, Bezirk Hollabrunn. Da fallen nämlich Gebühren von 2.100 Euro für eine Urnennische an, wogegen nicht weit davon, ebenfalls im Bezirk Hollabrunn, in Hadres, der Spaß nur 117 Euro kostet. Wohl der eklatanteste Preisunterschied in Niederösterreich. Urnennischen gibt es am Stadtfriedhof in Klosterneuburg nicht. Urnen kommen am Stadtfriedhof in Erdgräber. Kosten: im günstigsten Fall 520 Euro.

Die nobelste Art der letzten Ruhestätte ist die Gruft. Aber auch die Teuerste. In Scheibbs legt man dafür 3.360 Euro hin, der billigste Anbieter in Niederösterreich findet sich auch in Scheibbs: 362 Euro. Ist bezahlt, hat man in der Regel für zehn Jahre Ruhe, bei Urnen sogar bis zu 30 Jahre. Dann muss allerdings wieder verlängert werden. Wer den Wunsch hat, sich auf einem privaten Pfarrfriedhof beerdigen zu lassen, hat es da wesentlich besser. Die Friedhöfe Höflein, Kritzendorf, St. Martin, Weidling und Kierling haben im Vergleich mit dem Friedhof „Obere Stadt“Okkasionspreise. Da ist das Sterben bis zu 30 Prozent billiger.