Georg Mayrhofer: „Für mich is’ Wiesn – nur anders“. Auch wenn das große Volksfest heuer ausfällt, lässt sich Georg Wiesnschurli Mayrhofer das Oktoberfest nicht vermiesen.

Von Victoria Heindl. Erstellt am 24. September 2020 (03:06)
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Vor 210 Jahren begann eine Tradition, die noch immer Millionen Menschen jeden September in die bayrische Hauptstadt lockt. Einer der wohl treuesten Besucher und größten Fans des Spektakels ist der Klosterneuburger Georg Mayrhofer. Selbst sein Spitzname leitet sich von dem größten Volksfest der Welt ab. Aber in diesem Jahr ist auch für Wiesnschurli alles anders. Zwar findet das Oktoberfest dieses Jahr nicht in der gewohnten Weise auf der Theresienwiese statt, aber das hält Wiesnschurli nicht davon ab, in München quasi ein „Oktoberfest light“ zu feiern.

Erst 25 Mal ausgefallen

Seit 1810 findet das Oktoberfest jährlich statt. Einschließlich heuer ist die Wiesn bisher 25 Mal ausgefallen – meistens wegen Kriegen, zweimal wegen der Cholera und eben in diesem Jahr wegen Covid-19. Aber ganz müssen die Münchner und natürlich auch Wiesnschurli nicht auf ihr Fest verzichten. Nicht auf der Theresienwiese wird nun 16 Tage bis zum 4. Oktober gefeiert, sondern in kleinerem Rahmen in den einzelnen Brauhäusern und natürlich unter Einhaltung der momentanen Corona-Auflagen. „Es wird ganz viele Lokale, Biergärten geben, wo Livemusik sein wird“, freut sich Wiesnschurli schon auf die kommenden Tage in München.

„Es wird klein, fein und eine qualitativ hochwertige Zeit werden.“ Georg „Wiesnschurli“ Mayrhofer

Für die 16 Wiesn-Tage hat sich Wiesnschurli auch in diesem Jahr bereits einiges vorgenommen. In einem eigenen Plan hat er Termine, Besichtigungen, private Führungen durch die BMW-Welt oder die Bavaria Filmstudios und auch seine Besucher festgehalten.

Klein, fein und feinfühliger

Auch wenn der Plan schon ziemlich voll ist, einen großen Unterschied wird es heuer noch geben. „Normal kommen mich 350 Leute besuchen. Heuer werden unter 20 kommen“, freut sich Wiesnschurli schon, mit den paar Besuchern das Oktoberfest – mal anders – zu erleben. Und Wiesn-schurli ist sich sicher: „Es wird klein, fein und eine qualitativ hochwertige Zeit werden.“ Vor allem werden Menschen bei den heurigen Wiesnveranstaltungen unterwegs sein, die das Oktoberfest genauso lieben wie Wiesnschurli selbst.

„Es werden heuer nur die Leute weggehen, die mit der Wiesn ganz eng verbunden sind. Die sogenannten Zaungäste werden sicher nicht da sein“, ist Wiesnschurli überzeugt.

Aber statt der Zaungäste könnten sich andere für das „Oktoberfest light“ begeistern. Und dadurch könnte auch eine neue Tradition entstehen, die sich dann vielleicht auch durchsetzt.

„Es kann sich daraus vielleicht eine ganz neue G’schicht etablieren. Insgesamt wird es feiner und vor allem feinfühliger“, sieht Wiesnschurli auch durchaus positive Seiten an dieser anderen Art des Oktoberfests. Und dass man sich zumindest auch nächstes Jahr auf eine andere Art des Feierns in München einstellen muss, ist gar nicht so unwahrscheinlich. Schon jetzt arbeiten die großen Brauhäuser, die sich jedes Jahr neu um einen Zeltplatz auf der Theresienwiese bewerben müssen, an neuen Konzepten und Ideen.

Die Wiesn geht weiter

Wenn die Wiesn sich auch ändern wird, Wiesnschurli bleibt seiner Lieblingsjahreszeit sicher treu. „Wenn man die Wiesn im Herzen hat, hat man sie eh immer“, freut sich Wiesnschurli auf jede Art und Weise des Oktoberfests. Aber dennoch hat er bereits jetzt einen großen Wunsch: „G’sund bleiben – und wir freuen uns auf die Wiesn 2021.“

Wer sich nicht so lange gedulden möchte, aber in diesem Jahr lieber doch nicht nach München fahren will, kann sich das Oktoberfest auch in die eigenen vier Wände holen oder im kleinen, feinen Rahmen in Klosterneuburg feiern. Im Internet werden verschiedene Wiesn-Pakete angeboten, die die Wartezeit auf nächsten September verkürzen sollen.

Und in der „Gastwirtschaft zum Ockermüller“ kann man die Wiesn dank Original Oktoberfest-Festbier, Weißwurst und Brez’n zumindest kulinarisch genießen und sich schon auf das nächste Oktoberfest einstellen. Denn auch wenn es einmal anders ist: Wiesn bleibt Wiesn.