GlobArt-Preis an Carola Rackete: Kritik von Stadt-FPÖ. Kapitänin Carola Rackete erhielt im Klosterneuburger Essl-Museum den „GlobArt Award 2019“ und übergab die Auszeichnung symbolisch an einen anwesenden Flüchtling.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 23. Oktober 2019 (04:14)
Stiefkind
Kapitänin Carola Rackete nimmt den GlobArt Award in Empfang, um ihn dann gleich dem anwesenden Asylwerber Javed Haidari weiterzugeben. Haidari ist Afghane und über das Mittelmeer geflüchtet. Der Verein Klosterneuburg griff unterstützend ein.

„Sie ist ein Leuchtturm unserer Gesellschaft“, sagte Heidemarie Dobner, Intendantin der Globart Academy, die der deutsche Kapitänin Carola Rackete am Samstagabend im Klosterneuburger Essl Museum den „Globart Award 2019“ überreichte.

Rackete sorgte Ende Juni für Schlagzeilen, als sie sich als Kapitänin des Rettungsschiffs „Sea-Watch 3“den italienischen Behörden widersetzte. Trotz Verbots lief sie in den Hafen von Lampedusa ein. An Bord befanden sich Dutzende Gerettete. Die Kapitänin begründete ihre Entscheidung mit der Notsituation an Bord. Die „Sea-Watch 3“ war zu diesem Zeitpunkt bereits 17 Tage am Mittelmeer unterwegs. In Italien wird gegen Rackete wegen Beihilfe zu illegaler Einwanderung ermittelt.

„Es hat sich gezeigt, dass die Zivilgesellschaft durchaus bereit ist, Geflüchtete zu unterstützen“, sagte Rackete im Gespräch mit der APA. Sie kritisierte den deutschen Innenminister Horst Seehofer, weil dieser nur Flüchtlinge aus dem zentralen Mittelmeer aufnehmen wolle, während vermehrt Menschen auf anderen Routen, zum Beispiel aus der Türkei nach Griechenland kommen würden. „Dort wird sehr stark von Abschottung gesprochen“, fuhr sie fort. Die griechischen Flüchtlingslager würden immer voller werden. „Die verheerenden Zustände in den Lagern sind seit Jahren bekannt“, kritisierte die deutsche Kapitänin.

Menschenrechte und Klimaschutz

Rackete, die sich auch für das Klima engagiert, warnte davor, dass es in Zukunft mehr Klimaflüchtlinge geben werde. Die Staaten müssten etwas gegen die Klimakrise unternehmen. „Wenn wir die Ökosysteme zerstören, dann zerstören wir unsere Lebensgrundlage“, sagte die Aktivistin. Auch die Menschenrechte müssten geschützt werden. „Ich denke, beide Themen sind fundamental wichtig“, sagte sie.

Rackete hat die Auszeichnung für ihr „Engagement, Menschenrechte und Menschenleben zu verteidigen“, erhalten. Sie übergab aber den Preis symbolisch an einen anwesenden Flüchtling aus Afghanistan: „Ich will auf die Menschen aufmerksam machen, um die es gehen soll.“ Dafür erhielt die Kapitänin stehende Ovationen und minutenlangen Applaus.

Nicht von FPÖ-Fraktionschef Josef Pitschko, der hinter dieser Verleihung einen Skandal wittert. „Den größten Teil der Ausgaben von GlobArt, darunter die mit 41.000 Euro angegebenen Personalkosten, die Miete von 30.000 Euro für das Konferenzbüro im Essl Museum, die diversen Honorare und Reisekosten von insgesamt 85.000 Euro für die auch aus fernen Ländern kommenden Vortragenden und das Catering um 17.000 Euro für die Kultur-Schickeria tragen die Steuerzahler.“

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