Grüne Kritik an Versorgungstunnel. Der geplante Verbindungstunnel zwischen den beiden Städten Klosterneuburg und Korneuburg bringt die Grünen auf den Plan. Der Projektbetreiber EVN klärt auf.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 28. Oktober 2020 (04:28)
Sorge um den Auwald: Fraktionschef Sepp Wimmer von den Grünen.
Die Grünen Klosterneuburg

Trinkwasser, Naturwärme, Internet, Strom und Gas – all das könnte in Zukunft unter dem Flussbett der Donau in einem Versorgungstunnel Klosterneuburg und Korneuburg verbinden. Kosten: 10 Millionen Euro. Die beiden Bürgermeister der Städte sehen durch den EVN-Bau die Versorgungssicherheit enorm verbessert, die Klosterneuburger Grünen melden indes Kritik an.

So fragt sich der Grüne Fraktionschef Sepp Wimmer, warum aktuell die Versorgungssicherheit nicht gegeben sein soll und warum diese gerade durch einen Tunnel unter der Donau verbessert werden sollte. Denn ein Tunnel unter der Donau klinge nicht nach einer günstigen Lösung. „Auch gibt es die Frage des Umweltschutzes und des Eingriffs in die letzten natürlichen Ressourcen der Klosterneuburger Au. Dem Projekt werden nicht nur einige Hektar Auwald großflächig geopfert werden, sondern die ohnehin schon zu stark wirtschaftlich genutzte Au wird mit der einjährigen Baustelle mitten in der Au ihren natürlichen Charakter weiter verlieren“, wendet Wimmer ein.

Gerade in Coronazeiten sei es angebracht, zu hinterfragen, ob die immer weitere Ausbeutung der Natur und der Verlust von wesentlichen Umweltressourcen nicht der falsche Weg sei. Große Teile der Klosterneuburger Bevölkerung seien über diesen neuerlichen Eingriff in die Au zu Recht empört. „Wir Grüne sehen derzeit bei diesem Projekt nur einen Nutzen für die EVN und einen Schaden für die Klosterneuburger Umwelt“, so Wimmer abschließend.

„Aus unserer Sicht definitiv eine wertvolle Investition – auch für zukünftige Generationen.“ Stefan Zach, EVN Pressesprecher

„Es ist sehr schade, dass die Grünen unsere Gesprächsangebote nicht angenommen haben. Das hätte ihnen einen Großteil ihrer Sorgen rasch genommen. Fakten sind oft hilfreich gegen unbegründete Ängste“, entgegnet der EVN-Pressesprecher Stefan Zach. Das Projekt sei sicher nicht „günstig“, aber „das ist Versorgungssicherheit selten. Als Landesenergieversorger denken wir in Zeiten des Klimawandels auch an die kommenden Generationen“, ist Zach überzeugt. Die beiden Gemeinden seien stark wachsend, und für das zukünftige Wachstum bräuchte es hochwertige Infrastruktur.

Lange Trockenheitsperioden durch den Klimawandel ließen den Trinkwasservorrat auch in Klosterneuburg teilweise stark sinken, Starkregenereignisse würden Überflutungen verursachen und damit das Trinkwasser verunreinigen. Die geplante Verbindungsleitung kann im Notfall dafür sorgen, dass aus den Wasserhähnen der Klosterneuburger sauberes Trinkwasser fließt. Zach: „Aus unserer Sicht definitiv eine wertvolle Investition – auch für zukünftige Generationen.“

Beispiel Naturwärme: Viele Menschen wollen sich an die Naturwärme anschließen. Und das sei gut für die Umwelt. Denn gerade der Wärmebereich sei einer der Schlüsselfaktoren in der Umsetzung der Klima- und Energiestrategie. Mit dem Donautunnel schaffe man die Möglichkeit, das Klosterneuburger Naturwärmenetz mit dem Netz auf der Korneuburger Seite zu verbinden. Zach: „Durch diese Verbindung steigt natürlich die Versorgungssicherheit. Sollte einmal ein Heizwerk ausfallen, kann ein anderes einspringen.“

Das Projekt bedeute fraglos einen Eingriff in die Natur. Der EVN-Sprecher erklärt das so: „Wir müssen während der Bauphase maximal etwas mehr als drei Hektar entlang der Trasse roden. Davon bleiben aber nur 0,7 Hektar dauerhaft gerodet. Der Rest der Strecke wird wieder aufgeforstet. Wir haben uns bemüht, die Rodungsflächen so gering wie möglich zu halten.“ Das 10-Millionen-Projekt sei aber eine wichtige Investition in die Zukunft der Region.

„Wir sind weiterhin jederzeit und immer gesprächsbereit und offen für gute Vorschläge“, so EVN-Sprecher Stefan Zach abschließend.

Umfrage beendet

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