Grüne & PUK zur Stollhofpark-Idee: „Nägel mit Köpfen machen“

Grünparteien unterstützen die Idee des Klosterneuburger Bürgermeisters.

Erstellt am 11. November 2021 | 05:25
Lesezeit: 2 Min
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Unterstützt die Idee, aus dem Stollhof-Areal einen öffentlichen Park zu machen: Stadtrat Sepp Wimmer.
Foto: NOEN

Das Vorhaben von Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager, das Grundstück Stollhof anzukaufen und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen (wir berichteten, siehe hier) , hat bei den Grünparteien durchwegs positive Reaktionen ausgelöst.

„Wenn es Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager ernst meint, hat er die ungeteilte Unterstützung der Grünen Klosterneuburg“, so der Fraktionsobmann der Grünen Sepp Wimmer.

Für Wimmer wäre ein öffentlicher Stollhofpark eine Bereicherung der Lebensqualität für viele kommende Generationen. Und in einer Gesamtlösung mit dem seit Jahren überfälligen Radwegs eine einmalige Win-win-Situation.

„Es würde mich sehr freuen, wenn Volkspartei und Grüne über dieses Projekt wieder näher zu einander finden.“ Stefan Schmuckenschlager Bürgermeister

Doch es wäre nicht der Grüne Fraktionsobmann, wenn er nicht auch Zweifel am Gelingen des Plans hätte. „Das ist aber nur eine Willenskundgebung, und ich bin so lange im Gemeinderat, dass ich weiß, dass es aus einer Willenskundgebung zu einem Großprojekt nicht immer zu einer Realisierung kommt. Wir haben jahrelang Millionen für den Ankauf der Kasernengründe im Budget gehabt, gekauft wurde das Areal dann vom Stift“, so Wimmer weiter.

Wimmer spricht auch die Volksbefragung 2013 an, in der sich die Bevölkerung gegen die Umwidmung der Stollhofgründe in Bauland ausgesprochen hat und dadurch die Widmung Grünland-Park weiterleben konnte. Die AUVA sei nur deshalb an einem Verkauf interessiert, weil sie das Grundstück nicht wirtschaftlich verwerten könne, vermutet Wimmer.

„Ich denke, Schmuckenschlager sollte schnell Nägel mit Köpfen machen und dieses Projekt rasch durchziehen. Der Gemeinderat wird hier sicher in großer Mehrheit hinter ihm stehen“, so Wimmer weiter. Und meint abschließend: „Sollte Schmuckenschlager die Realisierung des öffentlichen Parks wirklich gelingen, könnte er sich damit ein positives politisches Denkmal setzen, und mich als Grünen würde das gar nicht stören. Das wäre mir eine Gedenktafel ‚Errichtet unter Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager‘ durchaus wert.“

Vom Luftschloss zur Realität?

Eine Öffnung des Areals für die Bevölkerung, eine weitläufige Parkanlage und die Möglichkeit einer noch direkteren Radwegführung bietet auch für Stadtrat Johannes Kehrer (PUK) „eine Chance für die Stadt, mit der wir uns auf jeden Fall genau beschäftigen müssen.“ Dafür stünde die PUK konstruktiv zur Verfügung.

Nur das Timing des Bürgermeisters ist für Kehrer nicht glücklich: „Wir stehen mitten in den Budgetgesprächen zum lange ausständigen Radweg-Lückenschluss ins Kierlingtal, wo wir heuer endlich politischen Konsens zur Umsetzung erzielen konnten.“

So verlockend die Stollhof-Aussichten auch wären: Die mittelfristigen Projekte der Stadt dürften dadurch nicht über den Haufen geworfen werden. Die Rahmenbedingungen und die finanzielle Machbarkeit eines solchen Ankaufs müssten nun ehestmöglich geklärt werden, denn „geschenkt werden wir diese Anlagen kaum bekommen. Die Erwartungshaltung der AUVA gilt es nun zu klären“, schließt Kehrer.

Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager sieht eine Chance, das Verhältnis mit den Grünen wieder zu verbessern: „Es würde mich sehr freuen, wenn Volkspartei und Grüne über die Entwicklung dieses Projektes wieder näher zu einander finden.“