Happyland-Debakel: Jetzt wird zu zweit Ordnung gemacht. Der mündliche Endbericht des Rechnungshofes veranlasst Bürgermeister, einen zweiten Geschäftsführer einzusetzen.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 31. August 2017 (05:32)
NOEN, Claudia Wagner
 

Der Endbericht des Rechnungshofes – der dann auch für die Öffentlichkeit bestimmt ist – wird gegen Ende des Jahres erwartet. Schon vorab bekam Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager aber einen „mündlichen Endbericht“ geliefert. Ein Hauptkritikpunkt darin war, dass schon während der Sanierungsphase die Führungsebene der Sportstätten GesmbH personell unterbesetzt gewesen wäre. Darauf reagierte Bürgermeister Schmuckenschlager jetzt blitzartig. Dem amtierenden Geschäftsführer der „Sportstätten GmbH“ wird „zur Unterstützung“ ein zweiter zur Seite gestellt. Stefan Konvicka: „Ich sehe das jetzt einmal positiv.“

NÖN
Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager zeigt sich wenig erfreut über den mündlichen Endbericht des Rechnungshofes.

Das Happyland-Debakel soll jetzt mit einem zweiten Geschäftsführer doch noch zu einem guten Ende finden. Jedenfalls erhofft sich das Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager. Zu viel scheint bei der 15-Millionen-Sanierung schief gelaufen zu sein. Über diesen „mündlichen Endbericht“ ist Schmuckenschlager nicht sehr erfreut: „Ich bin ‚angefressen‘, dass man bei einem ganz normalen Baustellen-Ablauf Leistungen nicht ordentlich abgearbeitet hat.“

Aufgabenteilung bis November

Bis November wird jetzt Michael Stowasser Stefan Konvicka als zweiter Geschäftsführer unterstützen. „Dabei sind die Aufgaben genau abgegrenzt“, so Schmuckenschlager, „Konvicka wird sich um die Sanierung kümmern und Stowasser um das laufende Geschäft.“

NOEN, NÖN
Happyland-Geschäftsführer Stefan Konvicka wartet gelassen die Prüfung des Rechnungshofes ab.

Dass die angekündigte Ausschreibung des Geschäftsführerpostens nun doch erheblich – Konvickas Vertrag läuft bis Sommer 2018 – vorgezogen wird, hat nichts damit zu tun, den amtierenden Geschäftsführer loszuwerden. Schmuckenschlager erklärt das so: „Wir ziehen die Ausschreibung deshalb vor, damit bei Ablauf des Stowasser-Vertrags im November kein Engpass passiert.“

Rechtsausschuss prüft Klage

Auch der Rechtsausschuss des Gemeinderates wird sich mit der Causa befassen, aber erst dann, wenn der Endbericht des Rechnungshofes vorliegt. Der Ausschussvorsitzende Stadtrat Josef Pitschko hat hier eine klare Linie: „Wenn der Endbericht des Rechnungshofes vorliegt, werde ich beantragen, den Sachverhalt dahingehend zu prüfen, ob klagbare Tatbestände vorliegen. Wenn die Gesellschaft geschädigt wurde, dann ist auch die Stadtgemeinde geschädigt worden, und dafür sind in erster Linie die Organe zuständig. Und das ist der Geschäftsführer.“ Inwieweit Konvicka der Politik gegenüber weisungsgebunden gehandelt hat, müsse er dann in seiner Verteidigungslinie klarlegen.

„Ich habe nichts getan, was strafrechtliche Konsequenzen haben könnte“, bleibt Geschäftsführer Stefan Konvicka überraschend ruhig. Er sieht die Beistellung des zweiten Geschäftsführers als Unterstützung und als Möglichkeit an, „ein paar Dinge aufzuteilen. Es geht hier auch um den Zeitfaktor, und es ist aktuell sinnvoll, dass man mehr voranbringt“, so Konvicka. Am 1. September beginne die Zusammenarbeit.

Die vorgezogene Ausschreibung seines Postens sieht Konvicka nicht als Zeichen, ihn bald loswerden zu wollen. „Ich habe jetzt 14 Tage Zeit, um zu überlegen, ob ich diesen Job weiter machen will“, zeigt sich Konvicka gelassen.