Happyland: „Eine Notoperation am offenen Herzen“. Als solche bezeichnet der Grüne Wimmer die Bestellung des zweiten Geschäftsführers. Bürgermeister verweist auf Beirat.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 06. September 2017 (05:35)
 
NOEN, Claudia Wagner

Die Frage, wer für die Happyland-Misere die Verantwortung trägt, bewegt die politischen Gemüter weiter. Nach Kritik des Rechnungshofs setzt Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager einen zweiten Happyland-Geschäftsführer ein.

Äußert sich nicht mehr im Detail zu den Vorwürfen der Grünen: Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager.
NOEN, NÖN

Der Fraktionschef der Klosterneuburg Grünen, Sepp Wimmer, nimmt die Gelegenheit wahr und setzt zu einem weiteren Schlag gegen Schmuckenschlager aus: „Wir fordern die Verantwortung des Bürgermeisters ein. Ein Sanierungsgeschäftsführer hätte schon zu Beginn des Projektes installiert werden müssen.“

Kosten auf 18,4 Millionen Euro explodiert

Obwohl die gesamte Opposition vor einem Happyland-Desaster gewarnt hätte, habe Schmuckenschlager stur und uneinsichtig das Projekt nach seinen Vorstellungen durchgezogen, meint Wimmer. Jetzt seien die Kosten auf 18,4 Millionen Euro explodiert, dabei seien von den ursprünglich geplanten Projekten nur etwa zwei Drittel umgesetzt worden. Wimmer: „Ein Desaster des Bürgermeisters.“

Nun, da die Probleme nicht mehr schöngeredet werden könnten, die Kritik des Rechnungshofes massiv sei, werde ein unterstützender Geschäftsführer bestellt. Wimmer: „Das ist quasi eine Notoperation am offenen Herzen.“

Wimmer fordert Verantwortung ein

Der Bürgermeister hätte – nach Wimmer – für diese Verluste die Verantwortung zu übernehmen. Kritik, insbesondere von den Grünen und Gemeinderat Peter Hofbauer, seien von ihm als schädlich für die Stadt zurückgewiesen worden. Es sei letztklassig, wenn nun sämtliche Verantwortung auf den dem Bürgermeister weisungsgebundenen Geschäftsführer Stefan Konvicka abgewälzt werden soll.

Konvicka sei mit der Millionen-Generalsanierung überfordert gewesen. Wimmer: „Das hätte ein kompetenter Bürgermeister sehen müssen. Schmuckenschlager hat es nicht gesehen, deshalb hat er dafür die Verantwortung zu tragen.“

Auf Kritik wird nicht näher eingegangen

Detailliert will Bürgermeister Schmuckenschlager auf die Kritik von Wimmer anscheinend nicht eingehen. „Am 20. September kann Stadtrat Wimmer alle Kritikpunkte im Happyland-Beirat einbringen und dazu Details erörtern. Das ist jenes Gremium, in dem er laufend über die Entwicklungen im Happyland informiert wurde und wird.“ Er wäre immer eingebunden gewesen und dürfe in diesem Gremium eine sachliche Diskussion erwarten.