Hickhack um neuen Fahrplan. Busplan neu Vorwürfe von Verkehrsstadtrat Johannes Kehrer an die Betreiber lässt Sabine Zuklin nicht auf sich sitzen: „Der neue Fahrplan ist nur schwer auf die Straße zu bringen.“

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 30. August 2018 (04:43)
NÖN
Symbolbild

Vom Verkehrsstadtrat und dem VOR (Verkehrsverbund Ost-Region) erdacht, sorgt nun der neue Busplan intern für Misstöne. Die Behauptung von Verkehrsstadtrat Johannes Kehrer in der NÖN der Vorwoche, es hätte zahlreiche Kursausfälle gegeben und es gäbe „Probleme in der Betriebsführung bei den Betreibern“, möchte Sabine Zuklin als einer der Busbetreiber nicht im Raum stehen lassen. „Wenn es nun vermehrt Schwierigkeiten gibt, wird es nicht an den Betreibern liegen.“

NOEN
Sabine Zuklin: „Schwierigkeiten mit Busfahrplan kommen nicht von den Betreibern.“

In Klosterneuburg betreiben die Linien, wie bisher, die Firmen „ZuklinBus“ und „Dr. Richard“. Das Unternehmen Zuklin fährt in Klosterneuburg schon fast 100 Jahre Bus, wurde aber bei der Ausarbeitung der Busfahrpläne nicht miteinbezogen. Sabine Zuklin wehrt sich gegen die Vorwürfe des Verkehrsstadtrats: „Die Firmen und die Fahrer sind dieselben geblieben. Wenn sich Fahrpläne und Linienführung geändert haben, wird es nicht an den Betreibern liegen, dass es zu Schwierigkeiten bei der Umsetzung kommt.“ Sie könne bestätigen, dass die Betreiber Probleme haben, die neuen Fahrpläne „auf die Straße“ zu bringen. „Vor allem deshalb, weil wir mit laufenden Verspätungen auf der Linie 400 kämpfen, die Fahrerwechsel nicht wie geplant durchführen können und deshalb andere Linien auch von den Verspätungen auf der Hauptlinie betroffen sind“, sagt Zuklin.

Sie habe diese Probleme mit ihrem Vertragspartner VOR besprochen und Lösungen erarbeitet, die hoffentlich etwas Entspannung bringen. „Wir rechnen aber weiterhin mit zum Teil größeren Verspätungen auf der Linie 400, auch wenn es ab September keine Baustellen gibt, oder nur mehr eine“, sieht Zuklin die Zukunft nicht sehr rosig.

Weiterhin Verspätungen auf der Linie 400

Und zur Anschuldigung, es gebe zahlreiche Kursausfälle: „Da wir unseren Firmensitz in Klosterneuburg haben, mussten bei einem Kursausfall die Fahrgäste nur 20 Minuten warten, bis ein Ersatzbus gekommen ist. Seit 1. Juli – also mit dem neuen Vertrag– haben wir dafür 45 Minuten Zeit. Das ist vertraglich so geregelt und kein Verschulden unsererseits.“ Hätte Zuklin die 45 Minuten nicht übernommen, hätte die Konkurrenz bei der Ausschreibung einen Wettbewerbsvorteil gehabt.

Schwierigkeiten im Stadtbusbereich

„Eine Ersatzgestellungszeit von 45 Minuten hat aber zur Folge, dass der nächste reguläre Bus vor dem Ersatzbus kommt, da wir auf den meisten Linien einen 30-Minuten-Takt haben. Der Fahrgast hat dann das Empfinden, der Bus wäre zur Gänze ausgefallen“, erklärt Zuklin. Verkehrstadtrat Kehrer kenne diese die Verträge.

Die in der letzten NÖN beschriebenen Schwierigkeiten mit dem Umsteigen im Stadtbusbereich werden mit Anfang September behoben. Kehrer: „Die Linie 3 wird ab 3. September am Rathausplatz die Anschlüsse zu den beiden Linien herstellen. In Richtung Stadtfriedhof kann man dann von Linie 1 aus dem Industrieviertel umsteigen. Vom Stadtfriedhof kann man in die Linie 2 in Richtung Sachsenviertel umsteigen.“

NOEN

Tatsächlich lägen ihm bereits einige Stellungnahmen vor, wonach Nutzen aus den neuen Plänen gezogen werden. Leider würden positive Meldungen nicht in der NÖN veröffentlicht, was er – Kehrer – aber auch verstehe: „Wer wendet sich an die NÖN, wenn etwas gut passt?“