Historischer Rückblick: Frauen mit Geschichte. Mit den Verdiensten in Kunst, Wissenschaft, Sport und Sozialem machten sich die bedeutenden Klosterneuburgerinnen auch nach ihrem Tod unsterblich.

Von Claudia Wagner. Erstellt am 08. März 2018 (05:25)
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Fritzi Schwingl war eine der größten Athletinnen Klosterneuburgs. Bei den Olympischen Spielen holte sie Bronze im Kajak-Einer, 33-mal wurde die Wildwasser-Kanutin Österreichische Staatsmeisterin.Hofbauer

Der 8. März gehört den Frauen. Gefeiert wird mit bunten Blumensträußen und Schoko-Pralinen. Die sind am Internationalen Frauentag aber nur Nebensache. Im Vordergrund stehen nämlich die Rechte und Leistungen der Damenwelt. Gemeinsam mit Stadtarchivar Wolfgang Bäck beleuchtet die NÖN Klosterneuburgerinnen, die in der Stadt Geschichte schrieben.

Clementine Alberdingk (1890-1966): Frauen waren an der Wiener Akademie nicht zugelassen. Also studierte die Klosterneuburger Malerin in Amsterdam, später privat bei Franz Rumpler sowie an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien. Alberdingk arbeitete als Porträtistin und Kunstlehrerin.

NOEN, Mit präziser Fingerfertigkeit zauberte Josefine Allmayer feine Meisterwerke. Die Kierlingerin illustrierte Bücher, Broschüren und Zeitschriften im In- und Ausland. Allmayers Werke sind im Museum Kierling zu sehen.
Mit präziser Fingerfertigkeit zauberte Josefine Allmayer feine Meisterwerke. Die Kierlingerin illustrierte Bücher, Broschüren und Zeitschriften im In- und Ausland. Allmayers Werke sind im Museum Kierling zu sehen. Archiv Museum Kierling

Josefine Allmayer (1904-1977): Bereits mit fünf Jahren fertigte die gebürtige Kierlingerin ihre ersten Scherenschnitte an. Allmayer arbeitete mit kirchlichen Institutionen und Verlagen aus dem In- und Ausland zusammen. Die Werke der Scherenschnitt-Meisterin wurden in etwa 2.000 Büchern, Zeitschriften und Broschüren abgedruckt.

Irene Abendroth (1872-1932): Schon als Kind gab die Sängerin in Galizien Konzerte. 1889 debütierte die Wahl-Weidlingerin an der Wiener Hofoper. Sie war eine der bedeutendsten Koloratursängerinnen ihrer Zeit.

Emma Bormann (1887-1974): Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit war die Malerin und Grafikerin auch als Lehrerin tätig. Zu ihren Arbeiten zählen Ölgemälde und Radierungen sowie Holz- und Linolschnitte von Wiener Bauwerken. Ihre Drucke sind – außer in Wien – vor allem im englischsprachigen Raum zu sehen, etwa im Metropolitan Museum of Art in New York oder im British Museum in London. Emmas Schwester Eugenie Bormann (1892-1986) war Philosophin und Medizinerin, Schwester Elisabeth Bormann (1895-1986) zeichnete sich in Mathematik und Physik aus.

Georgine Holzknecht (1876-1968): Die Physikerin arbeitete bei ihrem Bruder Guido Holzknecht, dem bekannten Röntgenologie-Pionier, mit. Georgine wurde eine der ersten Mittelschuldirektorinnen Österreichs.

Friederike „Fritzi“ Schwingl (1921-2016): Sie war eine der größten Sportlerinnen der Babenbergerstadt. 1948 holte die Athletin im Kajak-Einer Olympia-Bronze. Dreimal wurde sie Weltmeisterin im Wildwasser-Kanu, 33-mal sicherte sie sich den Österreichischen Staatsmeistertitel.

Ingrid Birgfellner (1938-1991): Die Klosterneuburgerin legte den Grundstein für die Kindersozialhilfe und die Tagesheimstätte St. Martin. Auch bei der Gründung der Bibliothek St. Martin war Birgfellner beteiligt.

Helene Bachler (1919-2012): Sie rief die Aktion „Essen auf Rädern“ in Klosterneuburg ins Leben. Als „Engel von St. Martin“ setzte sich Bachler unermüdlich für die Pfarre – und ganz besonders für Senioren und Kranke – ein.