Hitzerekord in Stadt bleibt aus. Der August wird heiß, was die Temperaturen anbelangt. Wie man sich vor Hitze schützt, weiß Allgemeinmediziner Kaufmann.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 01. August 2018 (05:00)
shutterstock/Diego Cervo
shutterstock/Diego Cervo

Auch heuer haben sie sich pünktlich eingestellt: Die Hundstage sind da! So werden seit der Zeit der Römer die heißesten Tage des Jahres bezeichnet (siehe Infobox). Vom 23. Juli bis zum 23. August heißt es nun schwitzen und den Schatten suchen. Aber auch wenn es sommerlich heiß im August wird – „die Hitzewelle wird durch den Nordwind erträglich“, verspricht Christian Csekits, Vorhersagemeteorologe vom Zentralamt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG).

Die aktuelle Woche muss aber erst überstanden werden. Spitzen bis zu 36 Grad sind auch in Klosterneuburg zu erwarten. „Aber nur bis Ende dieser Woche“, sagt Csekits vom ZAMG voraus, denn dann wird’s um ein paar Grad weniger. Sorge trägt dafür ein stetiger Nordwind, der fühlbar für ein bisschen Ventilation sorgt.

Keine Hitzespitzen zu erwarten

Ein absoluter Spitzenwert – über 40 Grad – wird aber auch diese Woche nicht erreicht werden. Dazu fehlt Schwüle und Windstille. Csekits: „Seriöse Prognosen kann man in unserem Geschäft nur für fünf bis sechs Tage geben, danach wird es immer mehr zur Spekulation.“ Demnach soll sich ab 7. oder 8. August das Sommerwetter bei Spitzen von 30 Grad einpendeln. „Die große Hitze ist dann vorbei“, verspricht der Vorhersagemeteorologe.

Aber auch eine gute Nachricht ist vom ZAMG zu vernehmen und lässt Einsatzkräfte und Bevölkerung aufatmen: Die Gewitterneigung ist sehr gering. „Im Moment sieht es so aus, als würden in naher Zukunft keine großen Unwetter auf uns zukommen. Dafür ist die Luft zu trocken“, kann Csekits Entwarnung geben.

All das ist nicht Ungewöhnliches für diese Jahreszeit. Immerhin befinden wir uns mitten in den Hundstagen, fünf Wochen lang, die heißeste Zeit im Jahr. Oder doch?

„Wir haben derzeit Temperaturen, die sich drei bis fünf Grad über dem Mittel befinden. Das kann man aber auch als Folge des Klimawandels sehen“, so der Meteorologe.

Nicht direkt in die Sonne gehen

Wer sich gut über die heißesten Tage im Jahr retten will, der lässt sich vom Allgemeinmediziner beraten. „Die direkte Sonnenbestrahlung sollte man in dieser Zeit vermeiden und sich besser im Schatten aufhalten“, rät Allgemeinmediziner Peter Kaufmann aus Kritzendorf.

Und er hat auch noch andere Tipps parat. Vorteilhaft ist es, gleich in der Früh, nach dem Lüften, die Wohnräume abzuschatten, damit es hier nicht zu einem Hitzestau kommt. Und dem Trinken kommt eine ganz wichtige Bedeutung zu. „Am besten ist es, viel warmen Tee zu trinken. Das ist bei großer Hitze natürlich nicht sehr populär, aber die beste Flüssigkeitszufuhr, wenn es draußen heiß ist“, so Kaufmann. Heiße und kalte Getränke wirken da weniger, denn im Körper müssen kühle Getränke erwärmt und heiße gekühlt werden. Eiskalte Getränke bei äußerer Hitze geben unserem Körper das falsche Signal: zusätzliche Wärme zu produzieren.

Trinken wir hingegen heiße Getränke, geraten wir zu stark ins Schwitzen. Dann wird es noch schwerer, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. In südlichen Ländern ist oft zu beobachten, dass Menschen ständig warmen Tee in kleinen Schlucken trinken, wodurch sie ein leichtes Schwitzen in Gang halten und so die Abkühlung des Körpers unterstützen. Peter Kaufmann empfiehlt auch mineralhaltiges Wasser zu trinken. Aber eben nicht zu kalt. Wie viel Flüssigkeit der Körper braucht, hängt vom Schwitzen ab und ist von Mensch zu Mensch verschieden.

„Wir haben derzeit Temperaturen, die sich drei bis fünf Grad über dem Mittel befinden. Das kann man aber auch als Folge des Klimawandels sehen.“ Christian Csekits, ZAMG

Auch bei den Freizeitaktivitäten heißt es bei großer Hitze aufpassen. Die sollte man eher in die Morgen- oder Abendstunden verlegen, wenn die Sonnenstrahlen ihre Gefährlichkeit verloren haben. Ins kalte Wasser springen, ist bei dieser Affenhitze wohl die angenehmste Freizeitbeschäftigung. Aber auch das hat so seine Tücken, wie Arzt Peter Kaufmann weiß: „Im Wasser vervielfältigt sich die Intensität der Sonnenbestrahlung. Daher ist dringend anzuraten, beim Schwimmen eine Kopfbedeckung zu benützen. Auch die Augen benötigen bei intensiver Sonnenbestrahlung ganz besonderen Schutz. Den bietet eine gute Sonnenbrille.“

Für die Stadtgemeinde bricht jetzt eine arbeitsintensive Zeit an, denn die vielen Blumen lechzen auch nach Wasser. Um die Versorgung mit dem kühlen Nass muss man sich in Klosterneuburg aber keine Gedanken machen: „Die Brunnen sind gut versorgt, und sollte es zu einem Engpass kommen, können wir immer noch Wien zuschalten.“