Klosterneuburg

Erstellt am 11. Januar 2017, 05:58

von Christoph Hornstein

"Jetzt sind wir über 100.000". Mit Klosterneuburg wird Tulln zum fünftgrößten Bezirk. Der Bezirkshauptmann der Klosterneuburger heißt Andreas Riemer.

Der neue Bezirkshauptmann der Klosterneuburger: Andreas Riemer.  |  NOEN, BH Tulln

Mit 100.851 Einwohnern reiht sich der Bezirk Tulln an fünfter Stelle der 20 niederösterreichischen Bezirke. Das aber nur deswegen, weil Tulln Zuwachs bekommen hat. Seit 1. Jänner ist die Stadt Klosterneuburg ein Teil des Bezirks Tulln. Klosterneuburg ist somit keine Bezirkshauptstadt mehr.

Dass dieser Umstand den Klosterneuburgern nicht schmeckt, ist nicht nur an den Stammtischen herauszuhören. Auch so mancher Lokalpolitiker ist mit der verwaltungstechnischen Zusammenlegung von Tulln und Klosterneuburg nicht einverstanden. Die Landesregierung hat die Auflösung des Bezirks Wien Umgebung 2015 beschlossen und sie auch termingerecht umgesetzt. Mit der Umstellung hat Klosterneuburg auch einen neuen Bezirkshauptmann: Andreas Riemer sein Name. Er ist seit 2006 der oberste Verwaltungsbeamte aller Tullner und seit 1. Jänner auch aller Klosterneuburger.

„Ich fühle mich in Klosterneuburg sehr freundlich aufgenommen.“

Bezirkshauptmann Andreas Riemer

„Ich sehe es als große Chance, die Verwaltung effizient zu gestalten“, so Bezirkshauptmann Riemer, der damit wohl auch die Überlegungen der Landesregierung akkordiert. Im Gegensatz zu den Klosterneuburgern wird der Zusammenschluss von den Tullnern eher gelassen aufgenommen. Riemer: „Für die Tullner ist das eigentlich kein großes Thema. Ich persönlich sehe darin eine schöne Herausforderung, zumal ich sehr gerne mit Menschen arbeite. Ich bin stolz, dass wir mit Klosterneuburg in
einem Bezirk vereint sind.“

"Alles läuft reibungslos"

Am Freitag, 30. Dezember, 13 Uhr wurde der Betrieb der Bezirkshauptmannschaft Wien Umgebung eingestellt und schon am 2. Jänner 2017 läuft die Außenstelle der Bezirkshauptmannschaft Tulln in der Leopoldstraße auf Hochtouren. „Die Umstellung ist vollzogen. Das war eine intensive Arbeit, aber alles läuft reibungslos“, versichert der Riemer. Die Umstellung sei ruhig verlaufen und gut vorbereitet gewesen.

Als erster Klosterneuburger „Fall“ wird von der Bezirkshauptmannschaft Tulln die fehlerhafte Betriebstättengenehmigung der Avanti-Tankstelle beim Stifts-Kreisverkehr genannt. Da gebe es aber noch keine Neuigkeiten.

Widerstand von Bürgermeister Schmuckenschlager

Auch die ersten offiziellen Termine hat Bezirkshauptmann Andreas Riemer schon hinter sich. Zum Neujahrsempfang der ÖVP am 8. Jänner in der Stifts-Vinothek war er geladen. „Ich fühle mich in Klosterneuburg sehr freundlich aufgenommen. Das alles entwickelt sich aus meiner Sicht sehr positiv“, freut sich Riemer.

Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager, der noch immer an der Idee, eigene Autokennzeichen für Klosterneuburg zu bekommen, festhält, will jetzt auch dem gemeinsamen Bezirk einen neuen Namen geben.

Einen gemeinsamen Bezug fände der Stadtchef von Klosterneuburg in der gemeinsamen Geschichte der Babenberger, oder in der Tulln und Klosterneuburg verbindenden Donau. Das ist für Bezirkshauptmann Andreas Riemer kein Thema: „Für mich heißt der Bezirk Tulln.“