Jetzt soll verpachtet werden. Die Verkaufspläne sind vom Tisch. Vize und Stadtrat Honeder (ÖVP): „Verpachtung sinnvoller Kompromiss.“

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 20. März 2019 (04:54)
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Dieses Haus im Kierlinger Reihergraben wurde zuerst gekauft. Jetzt will der Immobilienentwickler „Reihergraben Immobilien GmbH & KG“ 20.000 Quadratmeter angrenzendes Grünland (Wald) dazukaufen.
privat

Die Pläne der Stadtregierung, 20.000 Quadratmeter gemeindeeigenen Wald im Grünland einer Immobilienfirma verkaufen zu wollen, scheinen vom Tisch.

Jetzt soll verpachtet werden, wie in einer Presseaussendung von Vizebürgermeister und Stadtrat Roland Honeder (ÖVP) verlautbart wurde.

Der für die letzte Gemeinderatssitzung vorbereitete und kurz vor der Sitzung zurückgezogene Antrag auf Verkauf des Grünlands wurde in den Ausschuss zurückverwiesen, um „sämtliche Informationsbedürfnisse zu befriedigen“, wie der zuständige Stadtrat und Vizebürgermeister Roland Honeder (ÖVP) mitteilte (Die NÖN berichtete).

Nun dürfte das Ansinnen, den Gemeindewald zu verkaufen, allerdings komplett vom Tisch sein.

„Sollte der Wald nicht nach ökologischen Gesichtspunkten behandelt werden, wird die Stadt den Vertrag kündigen.“ Vizebürgermeister Roland Honeder

„Nach Gesprächen mit anderen Gemeinderatsparteien wird das Waldgrundstück Reihergraben nicht verkauft, sondern es wird vonseiten der Stadt eine jederzeit kündbare Verpachtung des Grundstücks Reihergraben angestrebt“, lässt Honeder per Presseaussendung wissen.

Damit sei klar gestellt, dass die Stadt weiterhin „die Hand auf diesem Grundstück“ hat und dass es hier „zweifach nicht möglich ist, dieses Stück Land zu verbauen“, so Honeder weiter. So bestehe – nach Honeder – ein doppelter Schutz für das Waldstück: Einerseits die aktuelle Grünlandwidmung, die noch dazu außerhalb der Siedlungsgrenzen liegt, zweitens hat die Gemeinde aufgrund eines Pachtvertrags weiterhin die Kontrolle, was dort geschieht.

Honeder: „Sollte der Wald in weiterer Folge nicht entsprechend nach ökologischen Gesichtspunkten behandelt werden, wird die Stadt den Vertrag wieder kündigen.“

Vorschlag verbindet die Interessen

Für Honeder ist eine Verpachtung, bei der die Gemeinde volle Kontrolle hat, ein sinnvoller Kompromiss: „In der Verantwortung für Klosterneuburg sind wir verpflichtet, alle Angebote an die Gemeinde zu prüfen. Gleichzeitig wird aber auch im Ausschuss immer versucht die Anliegen aller Parteien vertieft zu prüfen und in die Entscheidung miteinfließen zu lassen. Mit diesem Vorschlag werden meines Erachtens die bestehenden Interessen gut verbunden.“

Viele Wiesen und Waldflächen der Stadt seien – so Honeder weiter – schon verpachtet, wie beispielsweise die Waldfläche der Parzelle, auf der die Redlinger Hütte steht. „Insofern gibt es gut Erfahrungswerte mit dieser Vorgangsweise“, meint Vize Roland Honeder abschließend.

Für den Umweltstadtrat Sepp Wimmer (Die Grünen), der das Verkaufsvorhaben als Erster hinterfragt hat, geht diese Entscheidung nicht weit genug: „Ich versteh es einfach nicht. Die ÖVP sollte die Hände von diesem noch weitgehend unberührten Grünland lassen und den Klosterneuburgern und den Bewohnern des Reihergrabens ihre Lebensqualität in der Natur nicht zerstören.“

Kinder protestierten auf der Straße gegen die Auswirkungen des Klimawandels – so Wimmer weiter –, und die Klosterneuburger ÖVP setze weitere Schritte, damit Grünland weiter verbaut werden kann. Denn alleine durch die GEB-Widmung wären bei dem jetzt unbewohnbaren Gebäude eine größere Verbauung, ein Nebengebäude, ein Carport, ein Swimmingpool, eine Straße, eine Senkgrube oder Kanal im Grünland möglich, führt Wimmer abschließend aus.