Klaus Schwertner präsentiert sein erstes Buch. “Gut, Mensch zu sein“: Keine Helden werden, aber Leben hier und jetzt feiern – mit viel Lust aufs Gute.

Von Ewald Baringer. Erstellt am 28. März 2021 (04:33)
Hält in seinem ersten Buch ein eindringliches Plädoyer für das Gute: Caritas-Generalsekretär Klaus Schwertner.
Harald Eisenberger

“So richtig Bock auf das Gute machen“ will Klaus Schwertner, mit seinem Bucherstling „Gut, Mensch zu sein“. Schwertner, der mit seiner Familie in Klosterneuburg lebt, ist seit 13 Jahren für Menschen in Not im Einsatz – zuerst als Pressesprecher, heute als geschäftsführender Caritas-Direktor der Erzdiözese Wien. Der 44-jährige Vater von vier Kindern wurde in dieser Zeit zu einer unverzichtbaren Stimme der Zivilgesellschaft. Für seinen Einsatz wurde er 2016 als „Kommunikator des Jahres“ und 2019 mit dem Blogger Award für Zivilcourage ausgezeichnet.

Sein Buch stellt eine Art persönliche Zwischenbilanz dar, mitsamt einer autobiografischen Rückschau, einer sympathisch selbstkritischen Reflexion über das bisherige soziale Engagement und einigen grundsätzlichen Überlegungen, auch zur prekären aktuellen Situation. Schönfärberei ist Schwertners Sache nicht: „Das Gerede von der ,Krise als Chance‘ nervt.“

Es gibt viele gute Gründe, gut zu sein

Mit seinen zahlreichen Erlebnisse und Erfahrungen – einerseits mit von Flucht und Armut betroffenen Menschen, andererseits mit den politischen Gegebenheiten hierzulande – könnte Schwertner wohl eine Reihe von Büchern füllen. Er erlebte sowohl „Höflichkeiten und konstruktive Gespräche“ als auch „Niederträchtigkeiten und schwere Fouls in der politischen Bassena“.

Trotzdem oder gerade deshalb ist Schwertner nach wie vor ein Befürworter des Dialogs und lehnt Schwarzweißdenken als Lösungsansatz ab, denn: „Dort die Bösen und hier die Guten – das geht sich nicht aus!“ Und mancher Gegensatz ist nur ein scheinbarer: „Das Sichern von Grenzen und das Einhalten der Flüchtlingskonvention dürfen und müssen einander nicht ausschließen.“
Gerade in den sozialen Medien herrscht heute eine feindselige Gesinnung, die wenig bringt. Der Influencer plädiert: „Raus aus der Dauerempörung!“

„Dort die Bösen und hier die Guten – das geht sich nicht aus!“ Klaus Schwertner, Caritas-Generalsekretär

Statt dessen appelliert er an das solidarische Mitgefühl: „Ich sehe Chancen, wo andere zur Vorsicht mahnen, und bewege mich, wo andere erstarren.“ Dabei kann man bisweilen auch in Fettnäpfchen geraten. Aber auch Shitstorms in Flower-Rain verwandeln. Klar ist: „Wer Verantwortung übernimmt, wird auch Fehler machen.“

Der Begriff „Gutmensch“ hat zuletzt eine verächtliche Denunziation erfahren. Trotzdem beharrt Schwertner darauf: „Es gibt tatsächlich viele gute Gründe, gut und kein Arschloch zu sein.“ Und: „Wir müssen keine Helden werden. Es reicht und ist gut, Mensch zu bleiben.“

Blumen gegen den Shitstorm

Mit Mieselsucht und Unlust lässt sich das wohl schwer erreichen. Darum empfiehlt Schwertner in seinem Buch, das Mut machen will: „Feiert das Leben! Am besten nicht morgen, feiert es heute. Feiert es hier und jetzt!“

Buchpräsentation: online am Mittwoch, 24. März um 19 Uhr unter www.styriabooks.at/info/ veranstaltungen/wien-243-gut-mensch-zu-sein