Buchpräsentation: Sammelband zum Werk von Peter Patzak

Erstellt am 12. Mai 2022 | 05:22
Lesezeit: 3 Min
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Jahrzehntelang lebte und arbeitete der Filmemacher, Maler und Autor Peter Patzak in Klosterneuburg-Weidling.
Foto: Hertha Hurnaus
Hommage an den im Vorjahr verstorbenen Filmregisseur und bildenden Künstler.
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Das Archiv der Zeitgenossen (Krems) präsentiert in einer Kooperation mit dem Filmarchiv Austria am 16. Mai um 18.30 Uhr den kürzlich erschienenen Sammelband zum Werk von Peter Patzak. Im Wiener Metro Kinokulturhaus wird der Sammelband „Auf- und Ausbrücke. Grenzüberschreitung im Werk von Peter Patzak“ vorgestellt.

Anschließend wird Patzaks Dokumentation „Jugendliche“ (1971) Einblick in das frühe filmische Schaffen des Künstlers geben (Reservierung unter www.filmarchiv.at).

Im März jährte sich der unerwartete Tod Peter Patzaks zum ersten Mal. Gerne hätte die Herausgeberin, Karin Moser, dem Regisseur und bildenden Künstler den eben erschienenen Band persönlich überreicht. Nun erfüllt das Buch einen wichtigen Beitrag zur Erinnerung an den vielseitigen Künstler.

Neue Sichtweisen auf umfangreiches Schaffen

Ursprünglich war unter dem gleichnamigen Titel eine wissenschaftliche Tagung am Archiv der Zeitgenossen geplant, welches den Vorlass Patzaks 2018 übernommen hat. Durch die Corona-Pandemie wurde ein physisches Zusammentreffen verhindert. So sollen nun die Beiträge des Bandes neue Sichtweisen auf das vielfältige und umfangreiche Schaffen eines großen österreichischen Künstlers eröffnen.

Aus unterschiedlichen Perspektiven nähern sich die Abhandlungen, Essays und Erinnerungen dem spartenübergreifenden Werk des Filmemachers, Malers, Buchautors und Universitätslehrers und greifen dabei auch bislang wenig beachtete Aspekte auf.

Im Rahmen der Buchpräsentation wird mit der Dokumentation „Jugendliche“ (1971) eines von Patzaks frühesten filmischen Werken zu sehen sein. In der vom ORF in Auftrag gegebenen Dokumentation porträtierte der junge Filmemacher, zusammen mit Peter Huemer, vor nun über 50 Jahren insgesamt sechs Jugendliche aus unterschiedlichen Bundesländern und verschiedenen Gesellschaftsschichten.

Auch formal sticht das Werk hervor: Auf Erzählstimme und Kontext wird verzichtet, stattdessen kommen die Jugendlichen selbst zu Wort, was die Bedeutung des Filmes als wichtiges Zeitdokument noch verstärkt. Im Anschluss an das Film-Screening wird Karin Moser ein Gespräch mit dem Publizisten Peter Huemer und dem Filmemacher Hubert Canaval führen.

Patzak wurde 1945 in Wien geboren. Er studierte Psychologie, Kunstgeschichte und Malerei. 1968 wurde er mit seinem ersten Film His Bag, einem experimentellen Kurzfilm, zur Films of Art-Show nach New York eingeladen.

Nach seiner Rückkehr nach Wien folgte 1973 sein Spielfilm-Debüt „Situation“ nach dem Drehbuch von Oscar Bronner mit der britischen Schauspielerin Rita Tushingham in der Hauptrolle. Mit der satirischen Krimiserie „Kottan ermittelt“, die zwischen 1976 und 1983 im ORF ausgestrahlt wurde, schrieb Peter Patzak, in Zusammenarbeit mit Helmut Zenker, österreichische Fernsehgeschichte. Beide, Patzak und Zenker (2003 verstorben), lebten in Klosterneuburg.

Filmemacher von internationalem Rang

Patzak arbeitete als Regisseur, Produzent und Drehbuchautor und etablierte sich als einer der bedeutendsten österreichischen Filmemacher von internationalem Rang. Sein umfangreiches Oeuvre umfasst Literaturadaptionen, Historienfilme, gesellschaftskritische Arbeiten und Krimis sowie dokumentarische Arbeiten für Kino und Fernsehen.

Für sein filmisches Schaffen wurde Patzak vielfach international ausgezeichnet. Von 2008 bis 2013 war Peter Patzak Leiter der Wiener Filmakademie an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien, wo er von 1991 bis zu seiner Emeritierung 2013 eine Professur für Regie innehatte.

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