Kuchelauer Hafenstraße soll B14 vor Pendlerchaos retten. Mit zwei Fahrbahnen und der Öffnung der Kuchelauer Hafenstraße will man den drohenden Pendler-Kollaps abwenden.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 14. Juni 2019 (03:13)
Stadtgemeinde/SchuhE
Aufatmen bei den Pendlern nach Wien: Zwei Fahrbahnen bleiben auf der B14 über, aber die Kuchelauer Hafenstraße wird für den Pkw-Verkehr geöffnet.

Nun, da der Baubeginn für die Heiligenstädter Hangbrücke unumstößlich ab März 2020 festgelegt wurde ist auch das Ausmaß der Schäden an der Brücke restlos dokumentiert.

Das 880 Meter lange Brückentragwerk muss abgerissen und eine neue Stützkonstruktion errichtet werden. Nach Fertigstellung werden wieder vier Fahrspuren zur Verfügung stehen. Nach Auskunft der Stadtgemeinde handelt es sich dabei um Kosten von 35 Millionen Euro, die von der Stadt Wien aufgewendet werden müssen.

„Um die Sicherheit unserer Bauwerke auch in den nächsten Jahrzehnten für alle Benützer sicherzustellen, sind diese Arbeiten unbedingt erforderlich. Dabei werden wir unser technisches Know-how bestmöglich einsetzen und mit größter Sorgfalt auch die Logistik optimieren“, verspricht Abteilungsleiter Hermann Papouschek, Brückenbau und Grundbau, Stadt Wien.

„Um die Sicherheit unserer Bauwerke auch in den nächsten Jahrzehnten für alle Benützer sicherzustellen, sind diese Arbeiten unbedingt erforderlich."

„Die beengten Baufeldbedingungen – zwischen den Hängen des Leopoldsberges und der Franz-Josefs-Bahn – und die Aufrechterhaltung des Verkehrs greifen massiv in das künftige Baugeschehen ein. So muss das Bauvorhaben im Gefahrenbereich der ÖBB sowie unter Aufrechterhaltung des Individualverkehrs abgewickelt werden“, so Papouschek weiter.

„Die Öffnung der Kuchelauer Hafenstraße zur Entlastung der B14 stellt die bestmögliche Lösung für alle Verkehrsträger dar.“ Verkehrsstadtrat Johannes Kehrer (PUK)

Klosterneuburg, allen voran Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager und Verkehrsstadtrat Johannes Kehrer, setzte sich in intensiven Gesprächen für die Öffnung der gesamten Kuchel-auer Hafenstraße ein, um eine Entlastung der Wienerwaldgemeinde zu bewirken. Der Fahrradverkehr wird über den Treppelweg und eine befahrbare Behelfsbrücke umgeleitet.

Daher wurde folgende Verkehrsvariante beschlossen:

  • Für die Bauzeit von rund 18 Monaten bleiben auf der B 14 zwei Fahrspuren – eine in jede Fahrtrichtung – offen.
  • In beiden Richtungen werden die Busse der Verkehrsbetriebe auf einer eigenen Busspur bis zur Baustelle geführt. In Richtung Klosterneuburg ab dem Nußdorferplatz, in Richtung Wien ab der Haltestelle Johann- Strauß-Gasse.
  • Die Kuchelauer Hafenstraße wird für Pkw bis 3,5 Tonnen geöffnet und kann so als Ausweichstrecke genutzt werden.
  • Der Eurovelo- Radweg wird mittels einer Behelfsbrücke auf den rechten Donauuferdamm/Treppelweg umgeleitet .
  • Zur optimalen Lenkung des Verkehrs wird ein Informationssystem für die Morgen- und Abendspitzen eingerichtet werden.

„Wir freuen uns, trotz der schwierigen Verhältnisse eine Fahrspur pro Fahrtrichtung über die gesamte Bauzeit verfügbar machen zu können. Aufgrund unserer Erfahrung können wir durch geeignete Maßnahmen diese Verkehrsrelation glücklicherweise sicherstellen. Auch unsere begleitenden Verkehrsmaßnahmen stellen in der gegenständlichen Situation ein Optimum dar. Nichtstun wäre keine Option! Freuen wir uns auf eine toll funktionierende und langlebige Verbindung zwischen Klosterneuburg und Wien nach Projektabschluss“, so Abteilungsleiter Hermann Papouschek.

„Die geplanten Maßnahmen werden von der Stadtgemeinde Klosterneuburg ausdrücklich begrüßt"

Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager zur gemeinsam erreichten Verkehrslösung: „Die geplanten Maßnahmen werden von der Stadtgemeinde Klosterneuburg ausdrücklich begrüßt. Wesentliche Aufgabe ist es, in weiterer Folge für das unumgängliche Großprojekt bestmögliche Bedingungen in Sachen öffentlicher Verkehr zu schaffen und die Auswirkungen der Umleitung Kuchelauer Hafenstraße in das Verkehrsnetz auf Klosterneuburger Seite zu berücksichtigen.“

Die Zusammenarbeit mit Wien funktioniere ausgesprochen gut. Mit dem Maßnahmenpaket hofft Schmuckenschlager, die Mobilität der Klosterneuburger auf hohem Niveau zu halten.

Auch Verkehrsstadtrat Johannes Kehrer zeigt sich zufrieden: „Die Öffnung der Kuchelauer Hafenstraße zur Entlastung der B14 stellt die bestmögliche Lösung für alle Verkehrsträger dar. Dem Autoverkehr können weiterhin zwei durchgängige Spuren pro Richtung zur Verfügung gestellt werden, der Fahrradverkehr ist durch die Umleitung via Treppelweg und die befahrbare Behelfsbrücke im Kahlenbergerdorf bestens versorgt.“ Kehrer freut, dass auch Maßnahmen geplant sind, um den Busverkehr ohne Zeitverzögerung an die Engstelle heranzuführen, ohne den übrigen Verkehr zu beeinträchtigen. „Ich verstehe voll und ganz, dass diese Baustelle vor allem Pendlern Sorgen bereitet, bin aber überzeugt, dass wir gemeinsam diese große Herausforderung gut bewältigen werden und für die Klosterneuburger die bestmögliche Lösung gefunden haben.“