„Kuh-Urteil" ist eine glatte Fehlentscheidung. Ein Alm-Wirt muss halbe Mio. Euro Schadenersatz zahlen. Landwirt Johann Fanta ist entsetzt und sieht Fehler bei der Touristin.

Von Claudia Wagner. Erstellt am 28. Februar 2019 (03:03)
Wagner
Ortsvorsteher und Landwirt Johann Fanta, Hirte von 15 Rindern, ist nach dem Kuh-Urteil inTirol alarmiert.

„Das ist der größte Blödsinn, den es gibt“ – bei Johann Fanta gehen die Emotionen hoch. Der Landwirt, selbst Halter von 15 Rindern, ist nach dem Urteil gegen den Alpbacher Alm-Bauern bestürzt. Nachdem Kühe eine Touristin zu Tode trampelten, soll der Tiroler Bauer Schadensersatz zahlen, rund eine halbe Million Euro. Fanta ist – wie viele Landwirte österreichweit – alarmiert.

„Wenn ich mit Hund in die Weide hineingehe, muss ich damit rechnen, dass sich die Kühe verteidigen“

„Wenn ich mit Hund in die Weide hineingehe, muss ich damit rechnen, dass sich die Kühe verteidigen“, mahnt der Kierlinger, „das ist eine glatte Fehlentscheidung.“ Bei Herden mit Kälbern sei das Risiko noch größer.

Fanta: „Das ist der Naturinstinkt, dass Muttertiere ihre Kinder verteidigen.“ Die Rinder vom Ortsvorsteher grasen auf Privatgrund und Eigengrund der Stadtgemeinde. Ihre Weide ist durch einen Neun-Volt-Elektrozaun abgegrenzt – Spaziergänger können mühelos darüber steigen. Für Fanta ist es naheliegend, dass Alm-Wirte Wanderern nach dem Urteil den Riegel vorlegen. Aber: „Bei uns ist das überhaupt kein Problem. Mit den Leuten bin ich wirklich gesegnet“, lobt Fanta.

Die Kierlinger wissen nämlich, so der Bauer, wie sie mit der Herde umgehen sollen.

Und was sie eben nicht tun dürfen: „Auf keinen Fall mit einem angeleinten Hund auf die Weide gehen“, betont Fanta. Ein Hund heißt für die Herde Gefahr, also verteidigt sie. Eine Erfahrung, die auch der Ortsvorsteher schon machen musste: „Die Kühe haben die Kälber umkreist. Zwei haben den Schweif aufgestellt und sind auf den Hund losgestartet.“ Wenn der Hund an der Leine ist, kann er nicht weglaufen. Da aber Leinenpflicht herrscht, sollte die Weide beim Gassi-Gehen generell vermieden werden.