Klosterneuburg

Erstellt am 09. Januar 2017, 13:17

von NÖN Redaktion

Kunstsinniger Chorherr: Wolfgang Pauker. Edith Specht erinnert in einem Vortrag an Wolfgang Pauker, der zu vielen prominenten Persönlichkeiten seiner Zeit gute Kontakte unterhielt.

War eine prägende Persönlichkeit für die Klosterneuburger Kunst- und Kulturszene: der Chorherr Wolfgang Pauker.  |  NOEN, KKG

Die Klosterneuburger Kultur-Gesellschaft lädt auch heuer wieder zu einigen interessanten Veranstaltungen ein.

Den Anfang macht Edith Specht, Historikerin und Numismatikerin, am Donnerstag, 19. Jänner um 19 Uhr (Welfenplatz 1, gegenüber Stiftscafé) mit einem Vortrag über den kunstsinnigen Chorherren Wolfgang Pauker (1867-1950) und dessen Beziehung zu Egon Schiele, Pius Parsch, Wilhelm Kestranek, der Familie Trapp,
Else Wohlgemuth, Karl Renner und anderen Persönlichkeiten seiner Zeit.

Geboren im mährischen Tracht (heute Strachotin), trat Pauker bereits 1868 ins Augustiner-Chorherrenstift Klosterneuburg ein, legte 1890 die Profeß ab und ein Jahr darauf die Priesterweihe. Nach kurzer Seelsorgetätigkeit studierte er 1891–95 an der Universität Wien Kunstgeschichte (1896 Dr. phil.) und unterrichtete zunächst an mehreren Mittelschulen Religion. So auch in Klosterneuburg, wo der junge Egon Schiele zu seinen Schülern zählte.

1912 wurde Pauker zum Schatzmeister und Kustos der Sammlungen des Stiftes ernannt. 1918–24 wirkte er als Dozent für Liturgik und Kunstgeschichte an der Kunstgewerbeschule (Akademie für angewandte Kunst) in Wien, 1931 wurde er Ehrenkanonikus des Fürst Dietrichstein’schen Kollegiatkapitels in Nikolsburg (heute Mikulov).

Umfangreiche Liste an Publikationen

Pauker verfasste Mittelschullehrbücher, zahlreiche kunsthistorische Werke (meist über Klosterneuburg) und zahlreiche Essays und Artikel in Zeitschriften und Zeitungen. Er veröffentlichte unter anderem „Das Augustiner-Chorherrenstift Klosterneuburg“ (drei Bände, 1921/1922) und den Roman „Die Rösnerkinder“ (1915).

Aus der Zeit des Heiligen Leopold

Über „Die biederen Leute der Neuen Burg. Soziale, berufliche und politische Gruppen in Klosterneuburg zur Zeit Leopolds des Heiligen und seiner Nachfolger“ referiert Karl Brunner, ehemals Direktor des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, dann am Donnerstag, 16. Februar um 19 Uhr im Augustinussaal.