Kunstvolle Förderung: Skulpturengarten steht in Kritik. Der Antrag für eine finanzielle Unterstützung des Skulpturengartens der Galerie Kandlhofer wurde in der letzten Sitzung heftig diskutiert.

Von Victoria Heindl. Erstellt am 11. Oktober 2019 (03:25)
Shutterstock/Denis Kuvaev
Symbolbild

23 Künstler aus zwölf Ländern, die in einem Privatgarten in Weidling ihre Skulpturen präsentieren – und eine Förderung, über die in der letzten Gemeinderatssitzung viel diskutiert wurde. Für das aktuelle Projekt der „Galerie Kandlhofer“ bewilligte der Gemeinderat – mit 20 zu 18 Stimmen – eine Förderung in Höhe von 1.500 Euro.

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Schon beim Antrag an den Gemeinderat wurde klar gestellt, dass dieser nicht den Förderrichtlinien entspricht.

„Die Galerie Kandlhofer hat bisher von der Stadtgemeinde Klosterneuburg keine Förderung erhalten. Das Ansuchen entspricht nicht den Förderrichtlinien: Einreichfrist wurde nicht eingehalten. Die Galerie Kandl-hofer ist ein gewerblicher Betrieb mit Sitz in Wien, veranstaltet in Klosterneuburg ein nicht gewinnbringendes Projekt“ – Alleine schon die Ausführungen, die der Antrag an den Gemeinderat beinhaltete, sorgte für eine rege Diskussion rund um die beantragte Förderung. Denn egal wie sie selbst zur Kunst stehen, eine Interpretation von Richtlinien ist für viele Gemeinderatsmandatare fragwürdig gewesen.

„Ist das Förderung oder Marketing?“

Der Skulpturengarten, der noch bis 27. Oktober immer an den Wochenenden für alle Klosterneuburger zugänglich ist, beherbergt Werke von 23 jungen und etablierten Künstlern aus zwölf Ländern. Insgesamt investiert die Galerie Kandlhofer knapp über 30.000 Euro in dieses Kunstspektakel in Weidling.

Und gerade das ist für einige Mitglieder des Klosterneuburger Gemeinderats ein Problem: „Ist das eine Förderung oder ist es, weil wir Marketing wollen?“ oder „Ist es die Galerie wert, dass wir uns über unsere eigenen Richtlinien hinwegsetzen?“ – Dies sind nur zwei der Meinungen, die in der hitzigen Diskussion rund um den Förderungsantrag der Galerie Kandlhofer in der letzten Sitzung im Gemeinderat laut wurden. Für Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager, der nochmals darauf hinwies, dass die Nichteinhaltung der Förderrichtlinien im Antrag vermerkt wurde, ist allerdings die entscheidende Frage, was die Stadt davon hat. „Was wir nutzen können, ist, dass wir diese Bekanntheit bekommen als Kulturstandort Klosterneuburg“, ist sich Schmuckenschlager sicher.

„Mein Wunsch und Ziel ist es, ein Projekt wie den Skulpturengarten in Zukunft in einem öffentlichen Raum in Klosterneuburg zu realisieren.“ Lisa Kandlhofer Galeristin

Die Mandatare der anderen Fraktionen konnten aber weder er noch Kulturstadträtin Verena Pöschl (ebenfalls ÖVP) mit diesem Argument beruhigen. Von SPÖ über FPÖ, Grüne, PUK bis zur Liste Hofbauer fand das Ansuchen auf eine Förderung keinen Zuspruch. Mit 20 zu 18 Stimmen wurde die Förderung aber mit den Stimmen der ÖVP und von Gemeinderat Erich Wonka (Grüne) angenommen.

„Es ist der Wunsch meiner Galerie, den Skulpturengarten für so viele Menschen wie möglich zu öffnen“, hofft Galeristin Lisa Kandlhofer auf mehr Interesse und Verständnis unter der Klosterneuburger Bevölkerung. Sie öffnet noch bis 27. Oktober jeweils Samstag und Sonntag ihren Privatgarten für Besucher. Dabei soll nicht nur das Betrachten der Werke, sondern auch der Meinungsaustausch über Kunst im Vordergrund stehen. Derzeit kann dies aus versicherungstechnischen Gründen nur in einem Privatgarten stattfinden, aber Kandl-hofer hat weitreichendere Pläne für den Kulturstandort Klosterneuburg. „Mein Wunsch und Ziel ist es, ein Projekt wie den Skulpturengarten in Zukunft in einem öffentlichen Raum in Klosterneuburg zu realisieren“, wünscht sich Kandlhofer eine Zukunft mit mehr Kunst für alle Klosterneuburger.