Kurios: Eine Feuermauer aus Holz als Brandschutz. Klosterneuburger kritisiert Brandschutz, der halb aus Holzplatten besteht. Behörde hat „entsprechende Schritte eingeleitet“.

Von Claudia Wagner. Erstellt am 28. November 2019 (03:23)
Auf zwei Seiten ist das Brandschutz-Konstrukt aus Holz gut sichtbar. Die Mauer sorgte bei einem Klosterneuburger Sachverständigen für Verblüffung.
NOEN

Beim Spaziergang am Stadtplatz traute ein Architekt und Sachverständiger aus Klosterneuburg seinen Augen nicht. „Das ist bildhaft dafür, wie man es nicht machen soll“, erzählt er später kopfschüttelnd. Grund für die Fassungslosigkeit: eine Brandschutzmauer auf einem Dachboden-Ausbau. Das Besondere: Die Wand ist zum Teil aus Holz.

Der Sachverständige will namentlich nicht erwähnt werden. Seine Verblüffung möchte er dennoch Ausdruck verleihen: „Die Mauer ist zur Hälfte Beton, oben ist dann Holz. Das kann jeder sehen.“ Ein Detail ist für den Klosterneuburger besonders skurril: „Direkt neben dem Holz ist der Kamin des Nachbarhauses.“

Schon am Beginn der Bauphase habe er sich über die Steher am Dach gewundert. Später war es dann die Wand, die Stirn-Runzeln verursachte. „Ich denke mir noch, was ist das für eine komische Mauer?“, erinnert sich der Passant. Dann wurde es ihm klar: Das soll die Brandschutzmauer sein.

Situation bei Baubehörde bekannt

Die Baubehörde der Stadtgemeinde Klosterneuburg hat ebenso bereits ein Auge auf den Bau geworfen. Baudirektor Peter Neubauer bestätigt: „Die Situation ist der Baubehörde bereits bekannt, und die entsprechenden Schritte sind in die Wege geleitet.“ Weitere Auskünfte könne er über das laufende Verfahren nicht geben. Nur so viel: „Eine Brandmauer muss 15 cm über die Dachfläche geführt werden.“ Der Bauträger war trotz Versuch nicht für die NÖN erreichbar.