Lizenz zum Lesen: Lektüren nach dem Lockdown. Die bücherei st. martin und die Bibliothek Kierling kooperieren erfolgreich und hoffen auf baldige Wiedereröffnung.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 05. Februar 2021 (03:06)
Vernetzung der beiden Online Portale: Angelika Schönhuber (Bücherei Kierling, l.) und Uschi Swoboda (Bibliothek St. Martin, r.).
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Die Kultur ist ja im Moment leider viel zu wenig präsent. Das nehmen Angelika Schönhuber, Leiterin der Bücherei Kierling, und Uschi Swoboda, Leiterin der bibliothek st. martin, zum Anlass, auf die Bibliotheken in Klosterneuburg aufmerksam zu machen.

Österreich verfügt über ein flächendeckendes Netz von Bibliotheken – in fast jeder Gemeinde gibt es eine Bibliothek. In Klosterneuburg übernimmt die bibliothek st. martin (www.bibliothek-stmartin.at) – gemeinsam mit der Bücherei Kierling (www.kierling-klosterneuburg.bvoe.at) – diesen wichtigen Bestandteil der Literatur-, Informations-, Bildungs- und Kulturversorgung. Die Bibliotheken arbeiten seit Jahren eng zusammen.

Im Dezember 2020 wurden die Online-Portale der beiden Büchereien vernetzt. Sucht man über eine der beiden Websites nach einem bestimmten Medium (Buch, Hörbuch, Spiel, DVD), hat man sofort einen Überblick, ob das Medium in der Partnerbibliothek vorhanden oder auch als Onlinemedium des Landes NÖ (www.noe-book.at) abrufbar ist. Ein direkter Zugriff auf noe-book-Medien ist für registrierte Leser*innen möglich.

Neu ist auch die „Antolin“-Kennzeichnung im Onlinekatalog für viele Kinder- und Jugendbücher. Antolin ist ein Leseförderprogramm, das Quizfragen zu über 70.000 Büchern enthält. Ein kostenloser Zugang zu Antolin ist über die Bücherei Kierling möglich.

Trotz Schließungen großes Interesse

Obwohl einige Wochen geschlossen bleiben musste, verzeichneten die beiden Bibliotheken im Jahr 2020 eine Zahl von 534 Leser*innen, die in Summe 15.139 Medien entlehnten. Auf die Onlinekataloge der beiden Bibliotheken wurde über 160.000 Mal zugegriffen. Einige Veranstaltungen der beiden Bibliotheken konnten trotz der pandemiebedingten Einschränkungen stattfinden. Ein großer Erfolg war die gemeinsam organisierte Lesung „111 Orte im Wienerwald, die man gesehen haben muss“ der Kierlinger Autorin Sabine M. Gruber im Museum Gugging gleich nach dem ersten Lockdown.

Die bibliothek st. martin fungierte im Sommer als Gastgeberin für das Sommertheater Klosterneuburg mit Oscar Wildes „Der ideale Gatte“. Die Bücherei Kierling konnte nur einen von drei geplanten Filmabenden der Reihe XXL veranstalten. Als Ersatz bietet die Bücherei Kierling aktuell einen Zugang zu Online-Filmen der Reihe XXL und Online-Bilderbuchlesungen.

2020 startete auch der „Lesekreis unter der Linde“, initiiert durch die Bücherei Kierling. Das mittlerweile fünfte Treffen findet mittels Videokonferenz am 19. Februar zu Eva Menasses Buch „Vienna“ statt.

Für das Projekt „Sprachenvielfalt“ erhielt die Bücherei Kierling beim 10. NÖ Bibliotheken Award 2020 des Landes NÖ den 3. Preis in der Kategorie „zielgruppenorientierte Projekte“.

Im Jahr 2021 wenden sich die beiden Bibliotheken verstärkt an die kleinsten Klosterneuburger*innen in den Kindergärten der Stadt. Aus Anlass von 10 Jahre „Buchstart Österreich“ wird „Family-Literacy“ in den Mittelpunkt der vielfältigen Aufgaben gestellt. In Zeiten der Pandemie sind Kinder wie Erwachsene vielseitigen Belastungen und Verunsicherungen ausgesetzt. Das Projekt verfolgt daher das Ziel, die tröstenden, stärkenden, schützenden und heilenden Aspekte des Lesens und Geschichtenerzählens hervorzuheben.

Die Bibliothekar*innen der beiden Bibliotheken freuen sich darauf – sobald das wieder möglich sein wird –, mit den vom Österreichischen Bibliothekswerk erstellten Materialien bei den Klosterneuburger Kindern Freude an Geschichten und Büchern zu wecken und die Familien zum Besuch in die Bibliotheken einzuladen, wo sie aus dem riesigen Angebot Bilderbücher, Hörbücher, Spiele und Filme sehr günstig ausborgen können.