Nachtgastro: „Einheitliche Regeln sind verständlicher“. Ab Stufe 2 ist die Nachtgastronomie betroffen. Der Klosterneuburger Lokalbesitzer Michael Reichenauer-Kofler ist für Standardregelungen für alle.

Von Victoria Heindl. Erstellt am 15. September 2021 (04:00)
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Michael Reichenauer-Kofler setzt in seinem eigenen Lokal an den Wochenenden bereits auf die 2G-Regel.
Heindl

Vergangenen Mittwoch verkündete die Regierung die neuen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Nicht mehr die 7-Tage-Inzidenz, sondern die Auslastung der Betten auf Intensivstationen ist für eine Verschärfung der geltenden Regeln ausschlaggebend. Ab Stufe 2 – also sieben Tage nach der Überschreitung von 300 belegten Intensivbetten – kommt es vor allem für die Nachtgastronomie zu Verschärfungen.

„In der Nachtgastronomie sowie ähnlichen Settings sowie bei Zusammenkünften ohne zugewiesene Sitzplätze mit mehr als 500 Personen haben nur mehr geimpfte und/oder genesene Personen Zutritt (2-G-Regel)“ heißt es dazu in der Verordnung. Ein Gastronom, der bereits am Wochenende auf die 2G-Regel setzt, ist Michael Reichenauer-Kofler. Der „Uptown“-Chef hat bei sich die 2G-Regel im August eingeführt.

Meiste Gastronomen kontrollieren genau

„Wir halten schon die bestehenden Regeln strikt ein und gehen darüber hinaus auch seit August schon am Wochenende sicherheitshalber auf die 2G-Regel. Uns war klar, dass es wieder zu Verschärfungen kommen wird müssen“, erklärt Reichenauer-Kofler. Auf eine korrekte Einhaltung der Regeln und somit die Kontrolle von Impfnachweis, Testergebnis oder Bestätigung, dass man von Corona genesen ist, achten auch die anderen Klosterneuburger Gastronomen genau. „Im Großen und Ganzen funktionieren die Maßnahmen in Klosterneuburger Betrieben gut und werden auch eingehalten. Wenn einige Wenige diese Maßnahmen und Kontrollen nicht durchführen, heiße ich das nicht gut und ist auch unverständlich, da, glaube ich, keiner haben will, dass in seinem Betrieb das Virus sei es durch Angestellte oder Gäste verbreitet wird“, setzt Reichenauer-Kofler auch in seiner Funktion als Obmann des Vereins Tourismus und Stadtmarketing sein Vertrauen in seine Kollegen.

„Die Gäste haben Verständnis dafür. Wir wollen sie ja auch nicht schikanieren, sondern schützen, damit sie unbeschwert den Abend bei uns genießen können.“ Michael Reichenauer-Kofler Gastronom und Obmann des Tourismusvereins

Nicht nur seine Gastro-Kollegen haben sich in den letzten Monaten verantwortungsvoll gezeigt, auch die Gäste waren – überwiegend – bei den Kontrollen sehr kooperativ. „Die Kontrollen haben zu 99 % gut funktioniert. Sollte sich ein Gast gegen alle Kontrollen verwehren, so bekommt er auch bei uns keinen Zutritt. Die Gäste haben Verständnis dafür. Wir wollen sie ja auch nicht schikanieren, sondern schützen, damit sie unbeschwert den Abend bei uns genießen können. Keiner hat Lust auf Strafen, weder die Gastronomen noch die Gäste“, berichtet Reichenauer-Kofler von seinen Erfahrungen. Aber auch mit aller Vorsicht, eine hundertprozentige Sicherheit gäbe es trotzdem nicht.

Einheitliche Regelungen verständlicher für alle

Auch wenn die letzten Monate gerade für Gastronomen alles andere als leicht war, genießt Reichenauer-Kofler, dass er wieder Gäste in seinem Lokal bewirten darf. Und dort ist die Stimmung – trotz geänderter Regeln – sowohl unter den Gästen als auch bei den Angestellten nach wie vor sehr gut. Nur eines kritisiert Reichenauer-Kofler: „Problematisch sehe ich die ständig wechselnden Maßnahmen beziehungsweise mit den neuen Regelungen ,wenn das und das eintritt, dann gilt…’. Die Leute kennen sich schon nicht mehr aus, was wo gilt. Daher fände ich einheitliche Standardregelungen verständlicher für die Bevölkerung, und jeder kennt sich aus, ohne einen ,Maßnahmenkatalog’ studieren zu müssen.“

Ähnliche Erfahrungen hat auch Reinhard Wachmann vom Kellertreff Stoll: „Sehr viele sehen es positiv, dass sie wieder weggehen können, aber es gibt auch viele kritische Stimmen den Maßnahmen der Regierung gegenüber, die als chaotisch und nicht durchdacht wirken. Viele verstehen zum Beispiel nicht, warum sich geimpfte Menschen nicht mehr testen müssen.“

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