Nebenwirkungen: Corona und der Alltag. Das Coronavirus hat uns im Bann. Das lässt sich nicht wegleugnen. Ob beim Einkaufen, beim Schmieden von Reiseplänen oder sonstigen Dingen des Alltags.

Von Christoph Hornstein und Helga Urbanitsch. Erstellt am 04. März 2020 (05:28)
Sieht noch keine Veränderung im Reiseverhalten der Klosterneuburg: Susanne Szep von Ruefa Reisen.
Hornstein

Wie sehr das gefürchtete Coronavirus unseren Alltag beeinflusst, merkt man unter anderem beim täglichen Einkauf. Die Situation in den Diskontläden zum Beispiel zeigt deutlich, dass Hamsterkäufe getätigt werden. Dort stehen Kunden mitunter vor leeren Regalen, etwa bei Reis, Teigwaren und Mineralwasser.

Ähnlich ist die Situation in den Apotheken. Da ist zum Beispiel Desinfektionsmittel absolute Mangelware und muss ständig nachbestellt werden. Auch Gesichtsmasken sind Mangelware, wobei diese nur helfen können, wenn sie die Infizierten tragen. Hundertprozentigen Schutz bieten eigentlich nur die ganzteiligen Anzüge, wie sie zum Beispiel Einsatzkräfte tragen. Händewaschen und das Meiden von großen Menschenansammlungen sind noch immer die unkomplizierteste Art, eine Ansteckung zu vermeiden.

Auch das Tragen von Einmalhandschuhen könnte nützlich sein. Es ist zudem ratsam, das Immunsystem zu stärken, etwa mit Vitaminpräparaten. Sinn macht es auch, seine Hausapotheke zu durchforsten, um bei Auftreten von Erstsymptomen auf fiebersenkende Mittel und Hustensaft zurückgreifen zu können.

Hygienevorkehrungen in der Arztordination

Besondere Vorkehrungen treffen auch Arztordinationen. So auch in der Gruppenpraxis Kritzendorf. „Wir verzichten auf Begrüßung durch Händereichen unf haben dies auch erklärend plakatiert“, so Allgemeinmediziner Peter Kaufmann. Mehrere Handwaschbecken mit angeschlossener Händedesinfektion stünden zur Verfügung, auch für Patienten. Kaufmann: „Außerdem verhindert unser Anmeldesystem eine zu große Ansammlung von Patienten im Wartebereich, und Patienten mit Atemwegsinfekten werden nach Möglichkeit schnellstens in die Behandlungsräume weitergeleitet. Und natürlich stehen Hausbesuche vermehrt auf dem Programm.

Was die Hamsterkäufe betrifft, verweist der Landesgeschäftsführer des Zivilschutzverbandes Thomas Hauser auf ein über 365 Tage kontinuierliches Vorsorgen notwendiger Dinge. „Die 365 Tage im Jahr Bevorratung ist bei uns Thema, der Sinn dahinter ist auch, dass es zu keinen Hamstereinkäufen kommt“, so Hauser. Nach eigener Beobachtung weiß der Landesgeschäftsführer zu berichten, dass nach der 19.30 Uhr-Sendung im Fernsehen über das Coronavirus die Regale im Metro Markt bei Bohnen, Nudeln und Reis sowie Desinfektionsmittel um 22 Uhr so gut wie leer waren.

„Interessant sind generell auch die Unterschiede des Einkaufsverhaltens im urbanen und ländlichen Raum“, weiß Hauser. Während in der Stadt, wo an jeder Ecke ein Supermarkt ist, die Leute kurzfristig einkaufen, werden am Land größere Wocheneinkäufe gemacht.

Der Zivilschutzverband hält sich strikt an die Vorgaben der Gesundheitsbehörden, Händewaschen und die Bevorratung von Hygieneartikel, nicht nur von Essen und Trinken. „Wir sind weit entfernt von einer bedrohlichen Situation, aber mit dem positiven Nebeneffekt, dass sich Leute einen Vorrat anlegen“, so Thomas Hauser.

Auch die diesjährige Urlaubsplanung ist für manche ganz schön durcheinandergeraten. Doch was eventuelle Stornierung betrifft, geben sich Reisebüros bedeckt.

Nicht so die Filialleiterin der Ruefa-Reisen am Rathausplatz, Susanne Szep: „Allgemein ist das Reiseinteresse vorhanden. Kataloge werden angefordert. Nur bei den gefährdeten Gebieten ist Abwarten angesagt, aber die große Stornierungswelle ist ausgeblieben.“ Nur nach China könne man nicht fliegen, sonst sei alles offen. „Die Leute fragen halt nach und sind vorsichtiger“, so Szep. Allgemein seien die Klosterneunburger aber eher Spätbucher. Da müsse man die Entwicklung noch abwarten.