Neues Privatgymnasium: Pioniere auf der Schulbank. Mit 35 Schülern beginnt das erste Semester in dem neuen Privatgymnasium der Erzdiözese Wien.

Von Claudia Wagner. Erstellt am 12. September 2019 (03:52)
Wagner
Direktor Johannes Poyntner, Chorherr Pius Feiler, Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager und Schulstadträtin Maria Theresia Eder begrüßten die35 Erstklässler im Privatgymnasium.

Bunte Namensschilder schmücken die Schreibtische, Geburtstagslisten hängen in den Klassen, im Raum für die Nachmittagsbetreuung stehen farbenfrohe Sessel und gedeckte Tische – mit den 35 Erstklässlern kommt Leben in den Holz-Glas-Bau neben dem Essl Museum. Step-by-step entsteht hier das Privatgymnasium der Erzdiözese Wien, das den Bildungsstandort Klosterneuburg um eine dritte Höhere Schule erweitert.

„Auch 35 Schüler können schon ganz schön Lärm machen“

Schüler und Lehrer haben die ersten Tage im neuen Haus gut überstanden, in den nächsten Wochen steht der letzte Feinschlipp – Kabel oder noch nicht ausgepackte Kartons – am Programm. Den Unterricht stört das aber nicht, versichert Direktor Johannes Poyntner: „Wenn Schulbetrieb ist, ist es leise. Das ist mit der Baufirma abgesprochen.“ Der Geräuschpegel im neuen Privatgymnasium ist niedrig. Vielleicht wegen der geringen Schülerzahl? Poyntner schmunzelt: „Auch 35 Schüler können schon ganz schön Lärm machen.“

Auf einen Klang verzichtet die Schule gänzlich: die Schulglocke. „Wir haben Lehrer, die pünktlich sind, und Schüler, die ganz genau wissen, wann die Stunde aus ist“, erklärt der Neo-Direktor. Ohne Klingeln ist der Unterricht flexibel: Bei Gruppenarbeiten oder anderen Projekten können die Lehrer frei einteilen.

„Die ersten Schüler schreiben Geschichte“

Das Credo: nicht nur Frontalunterricht, sondern moderne Unterrichtsformen. Poyntner betont: „Wir sind glücklich, dass so viele Eltern entschieden haben, mit uns und ihren Kindern Pionierarbeit zu leisten. Die ersten Schüler, die heuer starten, schreiben Geschichte. Danke für das Vertrauen!“

Die ersten Kapitel der neuen Schule haben viel logistische Vorarbeit mit sich gebracht. Die zehn Lehrer und der Direktor haben am Privatgymnasium keine volle Lehrverpflichtung, viele unterrichten noch an anderen Schulen – die Stundenpläne mussten dahingehend adaptiert werden.

Schützenhilfe kommt vom Gymnasium in der Buchberggasse: „Von Beginn an gab es nie Konkurrenzdenken. Wir sind beide froh, dass es den andren Standort gibt“, dankt Poyntner. Für das BG/BRG ist die neue Schule eine Entlastung – rund 90 Prozent der Privatschüler sind aus Klosterneuburg.