Nur ein Stadt-Vertreter reiste zum Städtetag. Als einziger Delegierter Klosterneuburgs reiste Gemeinderat Peter Hofbauer zum Treffen in Feldkirch. Schmuckenschlager: „Die Teilnahme obliegt den Mandataren.“

Von Claudia Wagner. Erstellt am 22. Juni 2018 (05:36)
Peter Hofbauer nutzte den Städtetag zum Austausch mit Wiens Bürgermeister Michael Ludwig. Einziger Wermutstropfen für Hofbauer: Er war der einzige Vertreter Klosterneuburgs.
NOEN, Städtebund/

Es ist der wichtigste Termin im Städtebund-Kalender: der jährliche Städtetag mit Arbeitskreisen, Diskussionsrunden und Abstimmungen. Die 255 Mitglieder treffen sich einmal jährlich zum dreitägigen Austausch. Heuer lockte Feldkirch, 950 Gäste – Vertreter der österreichischen Städte – traten die Reise nach Vorarlberg an. So auch der Klosterneuburger Peter Hofbauer.

Beim 68. Städtetag wartete ein straffes Programm auf den Gemeinderat der Ein-Mann-Partei: die Eröffnung mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Diskussionen in Arbeitskreis „Zukunft der Pflege“, Talk-Runden mit Experten, die Wahl des neuen Präsidenten und spannende Gespräche mit Polit-Kollegen.

„Ich hatte Gelegenheit zum Austausch mit Vertretern österreichischer Städte. Nicht einen der 14 Stadträte interessiert das?“ Peter Hofbauer, Liste Peter Hofbauer

„Ich hatte Gelegenheit zu zahlreichen Kontakten und Informationsaustausch mit Vertretern österreichischer Städte. Über Vermittlung von Altbürgermeister Michael Häupl hatte ich Gelegenheit, mit dem neuen Wiener Bürgermeister Michael Ludwig zu sprechen“, zieht Hofbauer ein positives Resümee.

Einziger Wermutstropfen: Hofbauer war der alleinige Vertreter Klosterneuburgs. Aufgrund der Stadtgröße hätte Klosterneuburg zwei stimmberechtigte Delegierte und eine unbegrenzte Zahl an Gastdelegierten zu dem Treffen schicken können. Doch nur Hofbauer nahm die Einladung an.

Die Städtetag-Ausschreibung ging via Email an alle 41 Mandatare der Babenbergerstadt. Dass kein anderer Vertreter Klosterneuburgs zusagte, stößt bei dem Gemeinderat der kleinsten Fraktion auf Unverständnis: „Nicht einen der 14 Stadträte in der drittgrößten Stadt Niederösterreichs interessiert das?“

Freizeit und weite Anreise

„Das obliegt den Mandataren“, erklärt Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager. Die Teilnahme am Städtetag falle in die Freizeit der Mandatare und sei daher nicht verpflichtend. Erschwerend sei heuer auch die weite Anreise. Schmuckenschlager: „Es ist einfacher, wenn der Tagungsort näher liegt.“ Aber: „Ich bin sehr froh, wenn Gemeinderat Hofbauer seine Freizeit für die Stadtgemeinde nutzt“, so der Bürgermeister abschließend.