Opferschutzgruppe leistet Erste Hilfe bei Gewalt

Opferschutzgruppe in Klosterneuburg schaut genau hin und gibt Betroffenen von häuslicher Gewalt die Möglichkeit, sich in sicherem Umfeld anzuvertrauen. Spital als erste Anlaufstelle.

NÖN Redaktion Erstellt am 06. Oktober 2021 | 05:14
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Mitglieder der Opferschutzgruppe unter der Leitung des ärztlichen Direktors Herbert Huscsava (3.v.l.) und Viktoria Wentseis (4.v.l.), Klinische Psychologin.
Foto: LK

Die Statistik zeigt: Jede fünfte Frau ist mindest einmal in ihrem Leben Gewalt ausgesetzt. Die Dunkelziffer ist wohl höher und die Gewalt an Männern ein großes Tabu.

Häufig fehlt Betroffenen der Mut, sich mit ihrer Geschichte aktiv an die Polizei zu wenden. Das Gesundheitswesen, insbesondere Ambulanzen in Krankenhäusern, sind für über zwei Drittel erste Anlaufstelle. Die Kliniken Klosterneuburg und Tulln setzen ein Zeichen. „Unser Personal aus den verschiedenen Berufsgruppen ist fachlich geschult, um genau hinzuschauen, nachzufragen und Betroffenen die Möglichkeit zu geben, sich in einem sicheren Umfeld anzuvertrauen, um unter Umständen Schlimmeres zu verhindern“, erklärt Viktoria Wentseis, Psychologin der Uniklinik Tulln. Dazu benötigt: Sensibilität und das entsprechende Hintergrundwissen.

Gemeinsame Opferschutzgruppe

Dem Ärztlichen Direktor des LK Klosterneuburg Herbert Huscsava ist der Opferschutz schon lange ein großes Anliegen: „In Tulln und Klosterneuburg widmen sich bereits engagierte Mitarbeiter diesen herausfordernden Themen. Es gilt, die Berufsgruppen zu sensibilisieren, Informationsmaterial bereitzustellen und interne Handlungsabläufe zu gestalten. Um die erworbene Erfahrung und das Wissen zu bündeln, wurde nun eine gemeinsame Opferschutzgruppe in Kooperation zwischen dem UK Tulln und dem LK Klosterneuburg gegründet.“