Opulente Offenbach-Oper feierte Premiere. Im Kaiserhof wurde bei der Premiere eine spektakuläre, rundum gelungene Inszenierung bejubelt.

Von Ewald Baringer. Erstellt am 10. Juli 2019 (04:32)
Roland Ferrigato
Prächtige Premiere: Daniela Fally (Olympia), Zurab Zurabishvili (Hoffmann) in Jacques Offenbachs „Hoffmanns Erzählungen“.

Es war ein prachtvoller Premierenabend: Im Kaiserhof des Chorherrenstifts ist am Samstagabend die Oper „Les Contes d‘ Hoffmann – Hoffmanns Erzählungen“ von Jacques Offenbach, dessen Geburtstag sich vor wenigen Tagen zum 200. Mal jährte, über die spektakuläre Bühne gegangen– in französischer Sprache und mit deutschen Texteinblendungen.

Schon bei der Begrüßung der zahlreichen prominenten Gäste freute sich Intendant Michael Garschall, aufgrund des enormen Publikumsinteresses bereits jetzt eine Zusatzvorstellung (4. August) ankündigen zu können. Außerdem verwies er auf die Ausstrahlung der Oper auf ORF III am 25. August um 20.15 Uhr.

Gut getimt: Nur kurze Kapriolen von oben

Mit einer meteorologischen Beeinträchtigung war nach allen Prognosen nicht zu rechnen gewesen, ein idealer Sommerabend hatte sich angekündigt. Doch als in der Pause einige Tropfen vom Himmel fielen, sorgte das für irritierte Blicke nach oben. Trotzdem konnte fortgesetzt werden – bis nach dem „Antonia-Akt“ abermals leichter Regen einsetzte: vor allem für die empfindlichen Instrumente ein beträchtliches Risiko. Nach kurzer Unterbrechung ging es aber mit dem Schutz von Petrus unbehelligt von weiteren Kapriolen ins Finale. Garschall zeigte Nerven und Humor: „Sagen Sie nicht, das wäre schlecht getimt!“

Gesprächsstoff bildete – neben den sängerischen Glanzleistungen des hochkarätigen Ensembles und der beeindruckenden Inszenierung von Regisseur Francois de Carpentries – natürlich das verblüffend vielgestaltige Bühnenbild von Hans Kudlich, das sich von Akt zu Akt verwandelte und dem Geschehen auf diese Weise den jeweils passenden Raum bot. Auch die fantasievollen Kostüme von Karine van Hercke und die Masken (Csilla Domjan) trugen zur optischen Opulenz bei.

Unbedingt ins allgemeine Lob einzubeziehen ist auch die Beethoven Philharmonie unter der bewährt sorgfältigen Leitung von Christoph Campestrini. Verlässlich agierte auch der Chor (Einstudierung: Michael Schneider), ebenso bewährt hat sich einmal mehr die Choreografie (Monica I. Rusu-Radman), Lukas Siman ist die effektvolle Lichtregie zu verdanken.

Oper für Kinder und Führungs-Specials

Insgesamt also eine Produktion, die auch die Vertreter der Stadtgemeinde, die ja als Veranstalter der operklosterneuburg beim Theaterfest NÖ fungiert, durchaus erfreut.

Vor den Vorstellungen gibt es wieder jeweils um 19.15 Uhr bei freiem Eintritt in der Sala terrena eine Werkeinführung durch Werner Löw. Am Sonntag, den 21. Juli steht von 18 bis 19.30 Uhr die beliebte „Oper für Kinder“ auf dem Programm, moderiert von Andy Hallwaxx. Schon am Donnerstag, 18. Juli können interessierte Kids im Rahmen des Ferienspiels an einer Backstage-Führung teilnehmen. Sängerstars und Produktionsteam zeigen nicht nur die Bühne und Kostüme, sondern gewähren auch Einblicke hinter die Kulissen und in das Theaterleben. Anmeldung erforderlich unter 02243/444-222 oder jugendreferat@klosterneuburg.at.

Aber auch Erwachsenen wird ein außergewöhnliches Package geboten: Am Freitag, 19. Juli besteht nach der Vorstellung die Möglichkeit, die Gärten des Stiftes, vor allem den sonst nicht zugänglichen Konventgarten und die Orangerie, zu besichtigen. Im Anschluss an die Führung wird ein Glas Stiftswein im Leopoldihof verkostet. Bei Schlechtwetter findet ersatzweise eine Kellerführung statt. Buchung: 02243/444-424 oder karten@operklosterneuburg.at.

2020 folgt Verdi: „Die Macht des Schicksals“

Welches Stück im nächsten Jahr auf dem Spielplan steht, wurde auch schon verraten: Giuseppe Verdis „La Forza del Destino – Die Macht des Schicksals“ hat am 4. Juli 2020 Premiere.

www.operklosterneuburg.at