Pflege und Corona: Demenz in der Pandemie. Klosterneuburg: Die Betreuung von dementen Menschen ist immer herausfordernd. In den letzten Monaten wurde diese Situation durch Covid vor allem für Angehörige noch verschärft.

Von Victoria Heindl. Erstellt am 22. April 2021 (03:08)
Die Betreuung von dementen Menschen ist durch Corona noch schwieriger geworden. Eines der Probleme: Wie erklärt man den Erkrankten, warum man eine Maske tragen muss?
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Weltweit erkrankt alle drei Sekunden ein Mensch an Demenz. Und meist ist durch diese Krankheit nicht nur der Mensch selbst betroffen, sondern auch seine Angehörigen sind es. Die Betreuung und in Folge auch die Pflege sind schon zu normalen Zeiten eine Herausforderung. Corona hat diese Situation für Betroffene, Angehörige und Pflegekräfte in den letzten Monaten natürlich noch verschärft. Hilfestellung – auch wenn diese momentan nur virtuell möglich ist – bietet auch jetzt das Netzwerk „Gut leben mit Demenz in Klosterneuburg“.

Jeder, der selbst einem Menschen nahe steht, der an Demenz erkrankt ist, weiß, wie herausfordernd das Leben beziehungsweise die Betreuung eines dementen Angehörigen sein kann. Und das schon in „normalen“ Zeiten. Aber wie gehen Erkrankte, Angehörige und Pflegekräfte mit dem Thema Corona um? Albert Gaubitzer, Obmann des Netzwerks „Gut leben mit Demenz in Klosterneuburg“, gibt einen kleinen Einblick in die Herausforderungen, die durch die Corona-Pandemie auf alle Beteiligten neu zugekommen sind.

„Die Situation für pflegende Angehörige ist durch die Isolation extrem belastend.“ Albert Gaubitzer, Obmann des Netzwerks „Gut leben mit Demenz in Klosterneuburg“

„Die Situation ,Demenz in der Pandemie’ stellt für Betroffene und Angehörige, Pflegekräfte (mobile oder 24-Stunden-Betreuung) oder Betreuungspersonen und Pflegepersonal in stationären Einrichtungen seit März 2020 eine wirklich große Herausforderung dar“, weiß Gaubitzer.

Eine dieser Herausforderungen ist – zum Beispiel – das Tragen von Masken. Was mittlerweile für die meisten zum gewohnten Bild gehört, ist für demente Menschen nur schwer zu verstehen. Viele können nicht nachvollziehen, warum Besucher, aber auch sie selbst etwa bei Arztterminen oder beim Einkaufen eine Maske tragen müssen.

Die momentane Situation ist allerdings nicht nur für Menschen, die an Demenz erkrankt sind, schwierig, sondern vor allem auch für deren Angehörige, die einen Erkrankten betreuen.

„Seit vielen Monaten sind alle Aktivitäten nunmehr auf ,virtuelle Kontakte’ reduziert, und diese können die persönlichen Treffen und Kontakte leider nicht ersetzen“, bedauert Gaubitzer die fehlenden Treffen innerhalb der Netzwerk-Gruppe. Viele Angehörige profitieren – in normalen Zeiten – vom Austausch mit Menschen, die in der gleichen Situation leben. „Hilfestellung können wir derzeit nur telefonisch anbieten, und diese wird auch in Anspruch genommen. Wöchentlich melden sich circa ein bis zwei Personen bei der Rufnummer des Netzwerkes ,Gut leben mit Demenz in Klosterneuburg’ und ersuchen um Rat und Unterstützung. Ab September 2021 planen wir die Fortsetzung der wöchentlichen Sprechstunde im Amtshaus Kierling“, hofft Gaubitzer auch bald wieder auf persönlichen Kontakt. Denn: „Die Situation für pflegende Angehörige ist durch die Isolation extrem belastend.“