Pionierinsel: Amt bestätigt Geflügelpest bei Schwan. Mit dem Kadaver eines toten Schwans wurde erstmals seit 2017 in Österreich die Vogelgrippe nachgewiesen. Amtstierarzt Kasztler: „Für Menschen besteht keine Gefahr.“

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 10. Februar 2021 (04:18)
Sie haben einen Kameraden durch die Vogelgrippe verloren: Schwäne auf der Pionierinsel.
Hornstein

Jetzt ist es amtlich: In Österreich ist der erste Fall von Geflügelpest bestätigt worden. Ein Referenzlabor der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) fand den Vogelgrippevirus am Donnerstag bei einem in Klosterneuburg entdeckten toten Schwan. Es handelt sich um den ersten Nachweis der hoch pathogenen aviären Influenza in Österreich seit dem Jahr 2017, teilten das Gesundheits- und das Landwirtschaftsministerium in einer Aussendung mit.

Aber auch gleich die Entwarnung: Der derzeit festgestellte Stamm (H5N8) ist für den Menschen nicht gefährlich und auch nicht über Lebensmittel übertragbar. „Dieses Virus ist sehr ansteckend, aber Gott sei Dank nur unter Vögeln“, bestätigt der Amtstierarzt des Bezirks Tulln, Christoph Hofer-Kasztler. Gefahr bestünde daher nur für das Hausgeflügel, das durch das Wildgeflügel angesteckt werden kann.

„Dieses Virus ist sehr ansteckend, aber Gott sei Dank nur unter Vögeln.“ Christoph Hofer-Kasztler, Amtstierarzt Bezirk Tulln

Der tote Schwan wird untersucht.
AGES

Nach der Verständigung durch einen Spaziergänger auf der Pionierinsel wurde der tote Schwan letzte Woche vom Amtstierarzt persönlich geborgen und zur AGES nach Mödling zur Untersuchung gebracht. Hofer-Kasztler: „In ganz Europa, um Österreich herum, gab es immer wieder Fälle von Geflügelgrippe. Nun gibt’s auch in Österreich den ersten Nachweis.“

Damit sich das Hausgeflügel nicht ansteckt, wurden schon im Vorfeld viele Maßnahmen umgesetzt. Bereiche der Donau, wie die Pionierinsel, wurden zu Gefährdungsgebieten erklärt, Futter- und Wasserstellen so versorgt, dass kein Hausgeflügel in die Nähe kommen kann. „Bei der Pionierinsel wissen wir, dass sich dort immer wieder Gruppen von Schwänen treffen. Dort werden die Schwäne auch gefüttert. Der milde Winter und die schneefreien Ufer begünstigen die Übertragung.“

Sollte die Geflügelgrippe sich auf Haustiere übertragen, müsste man einschneidende Maßnahmen treffen. „Bei Eierfarmen müssten der gesamte Hühnerbestand notgeschlachtet, die Eier vernichtet und der Stall desinfiziert werden. Davon ist aber derzeit keine Rede“, beruhigt der Amtstierarzt. Zu erwarten sei aber, dass noch weitere Schwäne dieser Krankheit erliegen.

„Wenn Spaziergänger einen toten Schwan finden, sollte man sofort die Bezirkshauptmannschaft, die Stadtgemeinde oder die Polizei anrufen. Der tote Schwan wird dann geborgen und untersucht“, so der Appell des Amtstierarztes.