Prozess: Kein Spaß im Happyland. Wegen versuchter Nötigung und Körperverletzung musste sich nun ein 21-Jähriger vor dem Richter verantworten.

Von Christian Pfeiffer. Erstellt am 06. Januar 2021 (04:13)
Auf den Alkohol hätte ein 21-Jähriger beim Besuch des Happylands besser verzichten sollen. Nun stand er deswegen vor dem Landesgericht Korneuburg.
Happyland

Sommer, Sonne, Wasserspaß ist normalerweise eine wunderbare Kombination. Das kann sich ändern, sobald Alkohol mit im Spiel ist, und so ist es Anfang August dieses Jahres im Happyland in Klosterneuburg passiert. Ein Badegast hatte zwei Promille getankt. „Da ist was aus dem Ruder gelaufen“, waren dann auch folgerichtig die Eröffnungsworte von Richter Martin Bodner am Landesgericht Korneuburg, bei der Verhandlung wegen versuchter Nötigung und Körperverletzung.

Der Angeklagte, der ohne Rechtsbeistand erschien, war, soweit es seine durch den Alkohol beeinträchtigte Erinnerung zuließ, geständig. In einem der Becken hat er eine 21-jährige Frau offenbar zweideutig angesprochen, was diese keiner Antwort würdigte und davon schwamm. Trotzdem sei es aufgrund des Vorfalls zuerst zu einer Diskussion mit der Familie der jungen Frau und im Anschluss zu einer Rangelei gekommen. Dabei hat der Beschuldigte, so übereinstimmend die Zeugenaussagen, auch „Ich verbrenn Euch alle, ihr Scheiß-Zigeuner“ gerufen.

Diversion und Entschuldigung

Im Verlauf des Handgemenges setzte es für fast alle Beteiligten blaue Flecken und für einen sogar einen Faustschlag. Nachdem aber nicht geklärt werden konnte, wie es zu dem Faustschlag kam, wurde der Mann im Anklagepunkt der Körperverletzung freigesprochen. Für sein promille-bedingtes grenzwertiges Auftreten und die damit verbundene Nötigung erhielt er von Richter Bodner das Angebot einer Diversion in der Höhe von insgesamt 750 Euro, die der Beschuldigte annahm. Noch im Gerichtssaal entschuldigte er sich bei der jungen Frau und deren Familie für die Entgleisung.