Schulen laufen auf Minimalbetrieb. Der Großteil der Kinder wird zuhause betreut. Ein „Promille- bis Prozentbereich“ wird in Schulen betreut. HBLA hat das Schülerheim geschlossen.

Von Victoria Heindl und Claudia Wagner. Erstellt am 18. März 2020 (04:12)
Schon am letzten Freitag bekamen Schüler wie Lara und Ben Aufgaben von ihren Lehrerinnen mit nach Hause. Ab diesen Montag tauschten sie das Klassenzimmer gegen den eigenen Schreibtisch, um zu lernen.
Heindl

„Die Zahl der Kinder, die in den Kindergärten und Pflichtschulen betreut werden, liegt im Promille- bis Prozentbereich“, berichtet Schulstadträtin Maria Theresia Eder (ÖVP). Obwohl alle Klosterneuburger Kindergärten und Pflichtschulen eine Betreuungsmöglichkeit für die Kleinsten anbieten, mussten nicht allzu viele Eltern darauf zurückgreifen. „Die Organisation in den Kindergärten und Schulen hat vorbildlich funktioniert“, möchte sich Eder nochmals ausdrücklich bei allen Pädagogen bedanken.

Schulstadträtin Maria Theresia Eder lobt die Organisation in den Bildungseinrichtungen und bei denEltern.
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Vorerst bleiben die Bildungseinrichtungen auch weiterhin für alle Kinder offen, für die ihre Eltern keine andere Betreuungsmöglichkeit haben. „Ich möchte alle Eltern aufrufen, dass sie nach Möglichkeit die Kinder zu Hause behalten. Aber natürlich nicht zu den Großeltern schicken“, hofft Eder, dass auch weiterhin der Zusammenhalt in Klosterneuburg so groß bleiben wird.

„Wir müssen die Maßnahmen jetzt wirklich ernst nehmen. Die Lehrer sind sehr bemüht und die Eltern sehr kooperativ.“ Hemma Poledna, Direktorin BG/BRG Klosterneuburg

Dem schließt sich das Gymnasium an: „Wenn es irgendwie möglich ist, bitte lassen Sie Ihr Kind zuhause“, hat Gym-Direktorin Hemma Poledna am Sonntag in einem Elternbrief appelliert. Seit Montagmittag ist das BG/BRG Klosterneuburg geschlossen, auch das Abholen von Heften oder Büchern untersagt. Im Haus sollen sich nur noch Unterstufen-Schüler aufhalten, die keine andere Möglichkeit haben, ihre Betreuer und die Direktion.

Am Montagvormittag zeigt sich: Die Eltern sind dem Aufruf von Schule und Bundesregierung vorbildlich gefolgt, nur zwei der rund 1.300 Gymnasiasten sind in der Schule. Poledna: „Bei uns ist es ganz ruhig.“ Schon im Vorfeld hat das BG/BRG erhoben, wie viele Schüler betreut werden müssen. Ob es in den nächsten Wochen bei zwei Kindern bleibt, steht nicht fest; das Gymnasium hat Ressourcen nach oben. „Wir sind bereit, weil wir wissen, dass manche Eltern für ihre Kinder noch Betreuung brauchen.“

„Bei uns ist es ganz ruhig“, bilanziert Gym-Direktorin Hemma Poledna am Montag.
privat

Dennoch gilt: Nur, wenn es unbedingt notwendig ist. Schulbetrieb und Kontakt innerhalb der Schulgemeinschaft werden auf ein Minimum reduziert. Lehrer, die in die Risikogruppen fallen, sind schon am Freitagfrüh zum Schutz nach Hause geschickt worden, während der Schulschließung sind nur benötigte Betreuer im Haus. „Wir müssen die Maßnahmen jetzt wirklich ernst nehmen. Die Lehrer sind sehr bemüht und die Eltern sehr kooperativ“, betont die Schulleiterin.

Seit Montag pauken die Schüler von zuhause aus. Der Unterricht findet online statt – über Lernplattformen oder E-Mail. „Die Kinder sind voll dabei und eifrig“, zieht Poledna eine erste Bilanz. Im Vorfeld hat die Schulleitung befürchtet, dass nicht jedem Kind ein eigener Laptop für die Schularbeit zur Verfügung steht – das dürfte aber sehr wohl der Fall sein, denn Anfragen hat es nicht gegeben. Trotz Ausfällen durch überlastete Server am Montagvormittag bleibt die Direktorin zuversichtlich: „Das wird sich einpendeln, und bis dahin müssen wir Geduld haben.“

Abwarten heißt die Devise auch für HBLA und BA für Wein- und Obstbau. Das Schülerheim ist geschlossen, die 178 Jugendlichen wurden heimgeschickt. Mit im Gepäck: Übungen und Unterlagen, mit denen sie die Unterrichtszeit überbrücken können. Auch in der HBLA läuft der Schulalltag online ab, das Haus ist auf Minimum heruntergefahren. Abteilungen wie Probeabnahme oder Ab-Hof-Verkauf haben zu, besetzt sind Direktion, EDV und Hauswarts-Posten. Und einige wenige Mitarbeiter von Wein- und Obstbau, denn manches lässt sich nicht aufschieben. „Die Natur erwacht und bleibt nicht stehen. Jetzt ist Blütezeit, da müssen wir Pflegemaßnahmen treffen, sonst haben wir im Herbst keine Ernte“, erklärt Direktor Reinhard Eder. Der Betrieb ist auf das Mindeste reduziert, nur etwa ein Viertel der Mitarbeiter ist draußen im Dienst.

HBLA-Direktor Reinhard Eder hat alle seine Schüler nach Hause geschickt, Betrieb und Schulheim geschlossen.
NOEN

Die Schüler arbeiten währenddessen von zuhause weiter. Den Heimweg – österreichweit oder nach Deutschland, Slowenien, Tschechien oder Russland – konnten die Jugendlichen noch ohne Probleme bei Grenzen zurücklegen. Ein tschechischer Mitarbeiter konnte hingegen nicht passieren – er hofft, mit einem Schreiben der HBLA die Sperre umgehen und den Heimweg antreten zu können.

Auch wenn die Schüler zurück im Schulhaus sind – wann auch immer das sein mag –, wird der Alltag ruhiger sein als gewohnt. Auf Empfehlung des Bildungsministeriums werden Schulveranstaltungen – Sportwochen, Exkursionen, Betriebsbesuche – abgesagt. Und auch die 160-Jahr-Feier, für Mai geplant, wird verschoben: voraussichtlich auf Herbst und dann nur im kleinen Rahmen.

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