Serientäter landete vor Gericht. Klosterneuburg: Richterin Lydia Rada verurteilte einen Bulgaren zu 14 Monaten Freiheitsstrafe – unter anderem war er wegen einer Sachbeschädigung und Einbruchsdiebstahl angeklagt.

Von Christian Pfeiffer. Erstellt am 07. April 2021 (03:00)
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Eigentlich verhielt sich der am Landesgericht Korneuburg angeklagte Bulgare vor Richterin Lydia Rada geständig zum Vorwurf der Sachbeschädigung und des Einbruchsdiebstahls. Gemeinsam mit einem rumänischen Komplizen hatte er am 21. Oktober 2015 einem in Klosterneuburg parkenden Auto die Reifen zerstochen, eine Scheibe eingeschlagen und unter anderem ein Handy erbeutet.

In einem Dialog zwischen der Richterin und dem Angeklagten, als es um die Verurteilungen des Mannes ging, verhielt er sich allerdings mehr als ungeschickt. Rada setzte mit der 13. Verurteilung des Bulgaren 2014 in seiner Biografie ein, um die Tat zeitlich einzuordnen, und setzte mit der 14. auf der Liste vom Juli 2017 fort. Auf die Frage, ob es danach noch zu Verurteilungen gekommen ist, sagte er „Nein“. Daraufhin folgte das 15. Urteil vom April 2018 am Landesgericht Sofia, wobei jedes Mal Diebstahl der Anklagevorwurf war.

Das Spiel wiederholte sich – auch zur Überraschung der Richterin – ein weiteres Mal. Auch diesmal sagte der Bulgare „Nein“, und Rada präsentierte ihm das 16. Urteil vom 9. Dezember 2019, wo er zu elf Monaten Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Das sei eigentlich eine Schlägerei gewesen; erst die Polizisten hätten es zu einem Diebstahl gemacht, so die diffuse Einlassung. Ehe sich der Angeklagte noch um Kopf und Kragen redete, beschloss Rada, das 17. Urteil zu fällen: schuldig und somit weitere 14 Monate Freiheitsstrafe.