Stadtmarketing unter Beschuss. Blauen Bohnen hagelt es gegen den Verein Stadtmarketing Bürgermeister Schmuckenschlager: „Macht mich bereits müde.“

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 31. Dezember 2019 (04:17)

Schon immer hagelte es in Klosterneuburg harsche Kritik am Verein Stadtmarketing. War es bislang Stadtrat Josef Pitschko (FPÖ), der seine Meinung über die Sinnhaftigkeit des Vereins ungeschminkt kundtat, ist es jetzt der Obmann der Freiheitlichen Wirtschaft Klosterneuburgs und des Bezirks Tulln, Franz Hoinig: „Ich sehe für die Zahler der Interessentenbeiträge keinen Nutzen aus der Tätigkeit des Stadtmarketingvereins.“

Der Stadtmarketingverein erhält 240.000 Euro, somit fast die gesamten Einnahmen aus Interessentenbeiträgen (195.000 Euro) und Nächtigungstaxe (57.000 Euro). Franz Hoinig, Ausschussmitglied der Wirtschaftskammer NÖ-Klosterneuburg, äußert Kritik: „Ob die Unternehmen, deren gesamte Interessentenbeiträge und Ortstaxen von der Gemeinde dem Stadtmarketingverein als Subvention überlassen werden, von den derzeitigen Aktivitäten des Stadtmarketingvereins irgendwelche Vorteile haben, ist zumindest zweifelhaft.“ Er hätte in Klosterneuburg Betriebe besucht, und die hätten sich vor allem über die Parkplatzsituation beklagt. Hoinig: „Es wird Zeit, dass sich die Stadtregierung um die wirklichen Probleme der Klosterneuburger Unternehmen kümmert, statt mit deren Interessentenbeiträgen eigenartige Filmchen produzieren zu lassen und unsinnige Tourismusmessen zu besuchen.“

„Es wird Zeit, dass sich die Regierung um die wirklichen Probleme der Betriebe kümmert.“ Franz Hoinig, Freiheitliche Wirtschaft

Die Freiheitliche Wirtschaft erwarte im Sinne der Unternehmen konkrete Unterstützungsmaßnahmen von der Stadtregierung, welche der Zielgruppe des Stadtmarketings, den Touristen und Kunden, ermöglicht, die Klosterneuburger Wirtschaftsbetriebe zu nutzen, indem ausreichend Parkplätze zur Verfügung gestellt würden. Und Hoinig weiter: „Wenn die Interessentenbeiträge zur Förderung des Fremdenverkehrs vorgesehen sind, ist auch nicht nachvollziehbar, dass die Steuerzahler zu den 240.000 Euro an den Stadtmarketingverein noch zusätzlich 100.000 Euro für Maßnahmen zur Fremdenverkehrsförderung, wie den Weihnachtsmarkt oder das Mittelalterfest, zahlen. Und Hoinig abschließend: „Für die FPÖ ist der Verein weiterhin ein mit viel Steuergeld finanzierter Ramschladen mit gelegentlicher Zimmervermittlung“.

Unseriöse Angriffe der FPÖ

„Es macht fast schon müde“, so der Konter des Bürgermeisters Stefan Schmuckenschlager, „die regelmäßigen unseriösen Angriffe der Freiheitlichen gegen das äußerst erfolgreiche Stadtmarketing verteidigen zu müssen.“ Allerdings sei in der Parkplatzsituation mit der Einführung des 15-Minuten- Parkens eine wesentliche Verbesserung herbeigeführt worden. „Die Angriffe gegen die Image-Filme gelten in Wirklichkeit den Filmemachern und sollen scheinbar politisch Andersgesinnte einschüchtern. Dies werde ich mit aller Kraft verhindern“, so der Bürgermeister kämpferisch. Ohne Einsatz von Geldmitteln der Stadtgemeinde Klosterneuburg wäre überhaupt kein Fest in der Größenordnung eines Mittelalterfests, eines Weihnachtsmarkts oder gar eines Leopoldimarktes möglich, und Schmuckenschlager wolle nicht, dass die FPÖ den Menschen die Freude an solchen Veranstaltungen vermiese: „Wir können über einen reichen Veranstaltungskalender froh sein.“