"Teure Erde": Explosion bei Preisen für Gründe. Wer in Klosterneuburg vom Bau eines Eigenheimes für die Familie träumt, der wird sehr tief in die Tasche greifen müssen.

Von Thomas Török. Erstellt am 21. Juli 2021 (04:00)
Symbolbild
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Das Wiener Umland galt schon immer als sehr teures Pflaster zum Wohnen. Wer sich im „Speckgürtel“ niederlassen will, muss mit hohen Mietkosten rechnen, denn Klosterneuburg ist heiß begehrt am Immobilienmarkt.

Noch schwieriger ist es, hier Eigentum zu finden, das für durchschnittliche Gehälter leistbar wäre. Auch für die baufälligsten Ruinen muss man ein Vermögen aufbringen, damit man sich als junger Familiengründer in Klosterneuburg ein Eigenheim leisten kann. Nahezu aussichtslos ist das Unterfangen, als Normalsterblicher in Klosterneuburg nach einem leistbaren Baugrund für ein Einfamilienhaus nach eigenen Vorstellungen zu suchen.

„Jüngeren ist es de facto kaum mehr aus eigener Kraft möglich, ein Eigenheim zu finanzieren“ Johannes Kehrer, Stadtrat für Verkehr (PUK)

Das Marktforschungsinstitut OGM hat die Gemeinden Niederösterreichs auf die Leistbarkeit von Baugründen in Relation zu den jeweiligen durchschnittlichen Jahresgehältern analysiert. Die violette Färbung spiegelt die Tatsache wider, dass – gemessen an der Relation zu den ohnehin schon im Niederösterreich–Vergleich sehr hohen Durchschnittsgehältern der Klosterneuburger – die Einwohner einen enorm hohen Preis für ihre Grundstücke zahlen.

OGM

Was sind bei uns die Gründe für diese Preise? Landtagsabgeordneter Christoph Kaufmann (ÖVP) erläutert in Vertretung für Bürgermeister Schmuckenschlager: „Klosterneuburg hat sich bereits 2004 gegen die massive Zersiedelung ausgesprochen und widmet seit über 30 Jahren keine neuen Baugründe. Die Kehrseite dieser Maßnahmen ist natürlich ein stark steigender Baugrundpreis.“

Eine Entwicklung, die Johannes Kehrer (PUK) für allem für die Jugend als ein großes Problem ansieht: „Ich sehe das nicht nur in Klosterneuburg als eine sehr bedenkliche Entwicklung. Jüngeren Generationen ist es de facto kaum mehr aus eigener Kraft möglich, ein Eigenheim zu finanzieren.“

Was wäre da ein Lösungsansatz? „Ich sehe es als Auftrag der öffentlichen Hand, geförderten Wohnbau anzubieten, um auch leistbare Wohnungen bereit zu stellen. Jedoch ist das für Einfamilienhäuser nicht möglich. Eine Möglichkeit bietet da das Bauen auf Pachtgrund - beispielsweise in Kleingartensiedlungen.“

Doch das Rathaus wird so schnell nichts an der gegenwärtigen Linie ändern. „Das Stadtentwicklungskonzept 2030+ stellt klar, dass dieser Weg auch weiterhin konsequent verfolgt wird. Wirklich leistbare Baugründe in Klosterneuburg werden damit auch weiterhin nur jene Flächen sein, die bereits im Familienbesitz sind“, verkündet Christoph Kaufmann.

Vor den Folgen einer Änderung im Sinne einer Mobilisierung von privaten Bauland-Reserven warnt der Landtagsabgeordnete: „Bei rund 18 Prozent Baulandreserven in privater Hand sind mobilisierende Maßnahmen abzulehnen, da dies ein unkontrolliertes Wachstum mit sich bringen würde.“

Stadtplatz, Ölberg oder Sachsenviertel sind die teuersten Flecken der Gemeinde. Wo sind nun die Gegenden, wo man in Klosterneuburg noch theoretisch leistbar bauen könnte? „Am ehesten vielleicht noch in Höflein oder in Weidlingbach“, so Kaufmann.

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