Trotz Austrittsdrohung ist Wimmer nun Spitzenkandidat. Heftig kritisierte Fraktionschef Wimmer seine eigene Partei und drohte mit dem Austritt. Nun ist er Spitzenkandidat im Bezirk.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 01. November 2017 (05:39)
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Hält den Grünen bis zur Landtagswahl die Stange: Fraktionschef Sepp Wimmer.
NOEN, NÖN

Die nächste Wahl kommt bestimmt. Und zwar bald. Am 28. Jänner 2018 wird der Landtag gewählt. Nach dem Wahldebakel der Grünen bei der Nationalratswahl – sie verlieren zwei Drittel ihrer Wähler und fliegen aus dem Parlament – zog Grün-Fraktionschef Sepp Wimmer Konsequenzen und kündigte nach der Landtagswahl den möglichen Austritt der gesamten Fraktion aus der Partei an. Eine Rückkehr zur Bürgerunion stellt er in Aussicht.

Ulli Fischer, Bezirkssprecherin der Grünen, ließ aber letzte Woche die Katze aus dem Sack. Nach der Frage, wer denn Spitzenkandidat im Bezirk sei, verriet sie: „Das wird Sepp Wimmer sein, er ist am längsten dabei, hat mich zur grünen Politik gebracht und sich immer klar im Sinne des Umweltschutzes positioniert.“ Ein Kuriosum nach der deutlichen Absage Wimmers an die Partei in der Vorwoche?

Miteinander bis zum Ende der Wahl

„Nein, ist es nicht. Das ist alles erklärt“, so Wimmer auf Anfrage der NÖN. „Ich habe immer gesagt – und das ist auch überall nachzulesen –, dass die Klosterneuburger Grünen und meine Person, trotz aller Kritik an der Grünen Partei, aus Loyalität zu unseren vielen Grünen Freunden in den Ortsgruppen die Grünen bis zum Wahltag am 28. Jänner voll unterstützen“, so Wimmer.

Er sieht seine Spitzenkandidatur im Bezirk als Vertreter jener Grünen, die eine notwendige umfassende Erneuerung der Partei einfordern. Und wie wird es nach dem 28. Jänner weitergehen? Wimmer: „Das wird man dann sehen, denn dann wird sich zeigen, inwieweit die Grünen in Niederösterreich reformbereit sind.“

„Wenn mir was nicht passt, trete ich aus“

FPÖ-Fraktionschef Josef Pitschko hat das alles nicht überrascht: „Das war ja nur Gerede. Wenn mir etwas nicht in der Partei passt, trete ich aus, oder ich würde versuchen, die Partei von innen zu reformieren, ohne gleich zur Zeitung zu laufen.“ Es sei das Gleiche wie bei der Wimmer-Ankündigung, dass die Grünen den Mitgliedbeitrag für das Klimaschutzbündnis übernehmen. Da sei ja bekanntlich auch nichts passiert.

Die SPÖ sieht das eher nicht so. „Wimmer betont immer, dass seine Fraktion im Namen ja noch immer an die Bürgerunion festhält. Warum er dann aber bei den Grünen als Spitzenkandidat auftaucht, könnte man schon hinterfragen“, meint Fraktionschef Karl Schmid.

„Nachdem das lediglich die Ankündigung ist, bin ich gespannt, ob Wimmer das wirklich macht oder die Öffentlichkeit nur täuscht"

Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager sieht die Angelegenheit eher gelassen: „Nachdem das lediglich die Ankündigung ist, bin ich gespannt, ob Wimmer das wirklich macht oder die Öffentlichkeit nur täuscht, um sich damit bessere Chancen für die Grünen bei der Landtagswahl auszurechnen. Mit dem ersten Werbeprospekt wird man ja sehen, auf welcher Seite er wirklich steht.“

Jedenfalls hängt viel davon ab, wie sich die Grünen bei der Landtagswahl am 28. Jänner schlagen werden. Die Gefahr, ein ähnliches Debakel wie bei der Nationalratswahl zu erleiden, steht im Raum. Dann geht Wimmer.