Grenzgänger Frank am Limes unterwegs. An Grenzen in zweierlei Hinsicht stieß der eigentlich an Strapazen gewöhnte Géza Frank auf seinem Fußmarsch entlang des Donau-Limes – körperlich und geografisch.

Von Doris Firmkranz. Erstellt am 04. Juni 2021 (05:33)
Enthusiasmus pur: Géza Frank (r.) mit Albert und Henrike Schwark auf dem geschichtsträchtigen Boden des Reiterlagers Comagena.
Firmkranz, Firmkranz

Es war dieses Jahr bereits der zweite Besuch von Géza Frank in der Römerstadt Tulln. Nach seiner Tour im heurigen Winter – 14 Tage lang 12 Stunden täglich auf den Spuren römischer Grenzsoldaten (die NÖN berichtete) – begab er sich diesmal zu Fuß auf den 350 km langen österreichischen Abschnitt entlang des Donau-Limes.

Begleitet wird Frank von Albert und Henrike Schwark, die in Mautern als Unterstützung mit einem Pferdekarren dazugestoßen sind. „Der Marsch von Passau bis nach Bratislava erfolgt im Gedenken an den vor wenigen Wochen verstorbenen Klosterneuburger Historiker Hannsjörg Ubl. Dieser war einer der bedeutendsten Forscher am Donau-Limes“, erklärt der aus Hadersfeld bei St. Andrä-Wördern stammende Geschichtsdarsteller, Künstler und Milizsoldat.

Überall dort, wo die Römer Spuren hinterlassen haben, macht Géza Frank Halt und wirbt für seine Idee, Geschichte zum Leben zu erwecken. Dies gelingt ihm auch abseits von Meilensteinen und Museen: „Während meiner Tour werde ich immer wieder angesprochen. Den Leuten gefällt es, wenn Geschichte hautnah und authentisch vermittelt wird“, berichtet Frank. „Der Donau-Limes wird hoffentlich bald das größte UNESCO-Weltkulturerbe der EU werden. Das gilt es zu nutzen, auch touristisch. Den wenigsten ist bewusst, was sie da an Schätzen haben und was man damit machen könnte.“

Wie gewohnt ist der Initiator von „Living History“ auch dieses Mal in originalgetreuer Ausrüstung unterwegs. Sogar der Proviant besteht aus römischem Trockenbrot und einem speziellen, Essig enthaltenden antiken „Energydrink“.

Doch als Géza Frank Tulln erreicht, wirkt er müde und erschöpft. Der rechte Fuß ist arg in Mitleidenschaft gezogen und schmerzt. Dazu kommen Kälte, Regen und Wind der vergangenen Tage. Auch die Nächtigungen im Stroh auf diversen Stallböden und die Last der Ausrüstung haben ihm, der Strapazen an sich gewohnt ist, zugesetzt.

Doch schon am nächsten Tag beißt Géza Frank die Zähne zusammen und setzt seinen Fußmarsch nach Carnuntum fort.