Ungewisse Zukunft für den "weißen Hof". SP-Stadtrat Mann und SP-Bundesrätin Hahn sind sich einig: „Qualitätsvolle Betreuung wird unter den geforderten Einsparungen massiv zu leiden haben.“

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 10. August 2018 (05:16)
SPÖ
Bundesrätin Doris Hahn und Stadtparteivorsitzender Stadtrat Stefan Mann besuchten die Betriebsräte der AUVA, um über die Auswirkungen der geforderten Einsparungen zu sprechen.

Im Foyer des Weißen Hofes hängt ein Countdown mit Enddatum 13. August. Das ist der Tag, an dem die AUVA sämtliche Leistungen und Betreuungen einstellen müsste, um die geforderten 500 Millionen einzusparen. Der 13. August wird von den Mitarbeitern der AUVA genutzt werden, um auf die drohenden Auswirkungen der Einsparungen aufmerksam zu machen.

Der Weiße Hof ist eine von vier Rehabilitationseinrichtungen der AUVA in Österreich. Das Rehabilitationszentrum Weißer Hof wurde 1986 eröffnet, verfügt über 200 Betten und dient vor allem der Versorgung der Bevölkerung im Osten. Jährlich werden insgesamt rund 1.650 Patienten stationär aufgenommen.

500 Millionen Euro an Einsparungen erwartet Bundesministerin Hartinger-Klein von der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA). Das sind insgesamt 40 Prozent des Budgets der AUVA. Über die Auswirkungen für die Bevölkerung, aber auch für das Rehabilitationszentrum Weißer Hof direkt haben sich SP-Bundesrätin Doris Hahn, der SP-Klosterneuburg-Vorsitzende Stadtrat Stefan Mann und Kommunalmanager Günther Franz bei Mitgliedern des Betriebsrates am Weißen Hof informiert.

Weißer Hof von den Patienten geschätzt

Die umfassende qualitätsvolle Betreuung, der ein ganzheitlicher Rehabilitationsgedanke zugrunde liegt, wird von den Patienten geschätzt und würde unter den Einsparungen massiv zu leiden haben.

SP-Stadtrat Stefan Mann verweist auf die vielen unterschiedlichen Berufsgruppen, die von einer Versicherung der AUVA profitieren: „Schüler, Studenten, Lehrlinge, Mitglieder der Blaulichtorganisationen – sie alle profitieren von Leistungen der AUVA.“ Ein Lehrling, der am Weg in die Arbeit einen Unfall hat und danach arbeitsunfähig ist, oder jemand, der sich in seiner Freizeit ehrenamtlich bei der Feuerwehr engagiert und während des Einsatzes verletzt wird, könne sich momentan darauf verlassen, dass er oder sie nicht im Stich gelassen werde und die benötigte Unterstützung erhält. „Wer kümmert sich darum, wenn die AUVA kaputtgespart worden ist?“, fragt sich der Klosterneuburger Stadtrat.

„Wer kümmert sich darum, wenn die AUVA kaputtgespart worden ist?“

Und SP-Bundesrätin Hahn: „Der Verwaltungsaufwand der AUVA liegt bei 92,4 Millionen Euro im Jahr. Einsparungen von 500 Millionen können nur durch Leistungskürzungen, also auf Kosten der Bevölkerung, stattfinden. Ministerin Hartinger-Klein möchte eine Forderung der Industriellenvereinigung und Wirtschaftskammer, die schon seit 2013 die Kürzung der Beitragszahlungen von 1,3 auf 0,8 Prozent fordern, durchsetzen.“

Für kleine Unternehmen würden sich fast keine Ersparnisse ergeben. Das Geld, das sie sparen würden, müssten sie dann für bisher kostenlose arbeitsmedizinische Beratung ausgeben. „Wer richtig profitiert, sind große Unternehmen, die ganz uneigennützig mit Spenden den türkisen Wahlkampf unterstützt haben. Hartinger-Klein macht sich zur Erfüllungsgehilfin der Wirtschaft auf Kosten der Gesundheit der Arbeitnehmer“, ist Hahn überzeugt.