Josef Höchtl erlebte Kapitol-Erstürmung am Telefon mit. Ex-Nationalratsabgeordneter und Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Völkerverständigung Josef Höchtl erlebte die Erstürmung des Kapitols in Washington live mit.

Von Victoria Heindl. Erstellt am 13. Januar 2021 (03:32)
Josef Höchtl war via Videokonferenz live bei der Erstürmung des Kapitols dabei.
NÖN

Seit vielen Jahren ist Josef Höchtl, Ex-Nationalratsabgeordneter und nunmehriger Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Völkerverständigung, ein Kenner der US-amerikanischen Politszene Aber das, was die ganze Welt letzte Woche geschockt hat, war auch für ihn ein einmaliges Erlebnis. Während einer Video-Konferenz, an der auch republikanische und demokratische US-Abgeordnete teilnahmen, war er sozusagen live bei der Erstürmung des Kapitols dabei – via Telefon.

Schon vor langer Zeit wurde der Videokonferenz-Termin geplant. Politiker aus 15 Staaten – darunter unter anderem Deutschland, Großbritannien oder Saudiarabien – hatten sich zu einer Besprechung verabredet. Unter ihnen auch Höchtl. So war der Klosterneuburger Politiker quasi live dabei, als das Kapitol, das Parlamentsgebäude des Senats und des Repräsentantenhauses, von Anhängern des noch amtierenden US-Präsidenten gestürmt wurde.

Bestürzung bei US-Politikern

„Durch diesen Zufall, kann man sich vorstellen, konnte ich sofort interessante Informationen – live – erhalten“, berichtet Höchtl. Seit vielen Jahren pflegt er Freundschaften zu US-Politikern beider Parteien, von denen einige auch an dieser Video-Konferenz teilnahmen. Sozusagen via Liveticker informierten die US-Politiker ihre Kollegen in aller Welt über die dramatischen Ereignisse im Machtzentrum der USA. Für die Politiker beider US-Fraktionen war der Sturm des Kapitols ein Angriff auf „ihr Land und ihre Freiheiten.“

Für Höchtl, der seit vielen Jahren auf der politischen Bühne tätig ist, war dieser Abend auch etwas Besonderes. „Jedenfalls war es sehr spannend – ich war froh, dass ich seit 1981 diese engen Kontakte zu beiden US-Parteien aufrechterhalten habe, da es ja angenehm ist, direkte Informationen ,aus erster Hand’ zu erhalten“, schließt Höchtl.