Wasserversorgung: Unser Wasser sprudelt. Ein dichtes Netz an Brunnen und Wasserspeichern versorgt nahezu das gesamte Stadtgebiet in Klosterneuburg.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 17. Juni 2020 (04:05)
Die Qualität des Trinkwassers in Klosterneuburg ist – trotz seines schlechten Rufs – gut.
Stadtgemeinde/SchuhE

Was die Wasserversorgung betrifft, ist Klosterneuburg fast autark. Nur Weidlingbach wird von der EVN – dem mit Abstand größten Wasserversorger in Niederösterreich – mit Wasser versorgt. Dank einem dichten Netz an Brunnen und Wasserspeichern fließt das lebenspendende Nass in Klosterneuburg stetig, auch bei Hochwasser und Hitze. Nicht nur das: „Unsere Trinkwasserqualität ist dank eiszeitlichem Schotter erstklassig“, so die städtische Wasserversorgung.

Mit acht Brunnen, 17 Hochbehältern und 275 Kilometern Wasserleitung hat Klosterneuburg eines der besten und sichersten Versorgungsnetze des Landes. Eine aktuelle Studie von BOKU (Universität für Bodenkultur) und ÖVGW (Österreichischer Vereinigung für das Gas- und Wasserfach) zur Wasserversorgung in Zeiten des Klimawandels besagt, dass aufgrund vermehrter längerer Trockenperioden, aber auch erhöhten Wasserbedarfs durch Swimmingpools und Bewässerungsanlagen die Wasserressourcen unter Druck geraten.

„Unsere Trinkwasserqualität ist dank eiszeitlichem Schotter erstklassig“ 

Egal wie heiß der Sommer wird, die Klosterneuburger brauchen sich eigentlich keine Gedanken über Wasserknappheit zu machen. Selbst lange Trockenperioden halten die Brunnen, allesamt in den Augebieten gelegen, durch. Im äußersten Notfall greift Wien unter die Arme, denn zur Hauptstadt besteht seit Langem eine Leitung, die im Jahr 2000 saniert und vergrößert wurde.

Aber keine Sorge, nur wirklich außergewöhnlich heiße Sommer wie jener von 2015 bringen das stadteigene Netz an seine Grenzen. Zu verdanken ist diese Versorgungssicherheit der Donau. Das Trinkwasser liefert aber natürlich nicht der Strom, der unsere Rollfähre trägt und in dem wir uns im Sommer gerne abkühlen, selbst. Das Geheimnis liegt tiefer verborgen. Ein unterirdischer Begleitstrom, der aus der Eiszeit stammt, wird über die acht Brunnen angezapft. Dieses Wasser ist weitaus besser als sein Ruf, denn der eiszeitliche Schotter ist ein vollkommen natürlicher Filter und wirkt besser als jeder künstliche. Klosterneuburg müsste somit keinerlei Chemie zusetzen. „Was wir aber machen müssen, ist eine Schutzchlorierung“, erklärt Herbert Preisl, Leiter der Wasserversorgung. „Diese ist aufgrund der Hochwassergefahr notwendig, denn schon bei einem leichten Anstieg der Donau drohen Verunreinigungen“, so Preisl.

Vorbeugen statt baden gehen

Nach dem Motto „Sanierung, bevor etwas passiert“ wird das Netz ständig modernisiert, saniert und ausgebaut. 2011 wurde ein neuer Hochbehälter im Zwergjoch eröffnet, 2014 und 2015 wurde ein halber Kilometer entlang der B14 erneuert. Jetzt im Juli geht der ebenfalls neue Brunnen in der Kritzendorfer Badstraße in Vollbetrieb. Das wichtigste Vorhaben für die nächsten Generationen ist darüber hinaus bereits auf Schiene: ein zusätzlicher Hochbehälter auf dem Kollersteig. Er wurde 2017/18 neben dem bestehenden Behälter errichtet und steigert die Kapazität von 500 auf 1.200 Kubikmeter Wasser. Damit sichert die Stadtgemeinde die Trink- und Löschwasserversorgung für das künftige Pionierviertel, jenen Stadtteil, der auf dem Gelände der ehemaligen Magdeburgkaserne entsteht.

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