Weltkulturerbe soll nicht Grinzing heißen. Antrag Initiative für Weltkulturerbe-Status für Grinzing, Kahlen- und Leopoldberg und Klosterneuburg. Grüne: „Keine VP-Unterstützung.“

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 01. März 2017 (05:40)
NOEN, Ludwig
Weltkulturerbe für ein die Landesgrenzen von Wien und Niederösterreich überschreitendes Gebiet (Höhenstraße, Leopoldsberg, Kahlenberg, Cobenzl, Himmel, Nußdorf, Heiligenstadt, Grinzing bis Sievering und Klosterneuburg-Weidling) wird von den Grünen gewünscht.

Eine Personengruppe um den bekannten österreichischen Landschaftsökologen und Generalsekretär von „Alliance For Nature“ Christian Schuhböck ist an die Stadt Klosterneuburg mit der Idee der Schaffung eines WeltkulturerbeProjektes „Grinzing - Kahlen- und Leopoldsberg – Klosterneuburg“ herangetreten. Schuhböck organisierte 1993 bis 1998 die Initiative „Weltkulturerbe Semmeringbahn“ und konnte 1998 diese einzigartige Hochgebirgsbahn samt umgebender Kulturlandschaft in den Kreis der UNESCO-Welterbestätten führen.

Nun ist Schuhböck mit einem Schreiben zur Unterstützung an Klosterneuburg herangetreten. „Zu unserer großen Verwunderung wird jedoch seitens der regierenden ÖVP kein Interesse für diese Initiative gezeigt“, ärgert sich der Grüne Fraktionschef Sepp Wimmer. Jetzt gäbe es die Möglichkeit, dass Klosterneuburg sich an einer äußerst positiv besetzten Initiative beteiligen könnte, aber die ÖVP wolle nicht. Wimmer: „Andere Städte und Gemeinden würden wer weiß was dafür tun, um in so eine positive mediale Debatte eingebunden zu sein.“ Weiters sieht Wimmer Vorteile in der internationalen Beachtung und für den Tourismus.

Kein Geld mehr für sinnvolle Projekte?

„Der Status als Weltkulturerbe würde nicht nur für die historischen Gebäude und für die Weingärten verstärkten Schutz bieten, sondern auch Schutz gegen die massive Verbauung. Oder es ist einfach kein Geld mehr für sinnvolle Projekte vorhanden.“

„Wenn der große Theaterdonner von Sepp Wimmer verhallt, sollte man auf die Tatsachen blicken“, kontert Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager. Erstens sei ja noch keine Entscheidung gefallen, außer dass dieses Thema im Wirtschaftsausschuss besprochen wird, und zweitens hätte niemand etwas gegen
einem Weltkulturerbe-Antrag, außer er hieße nur „Grinzing“. Schmuckenschlager: „Das muss noch geklärt werden. Schließlich wollen wir ja nicht Gefahr laufen, Rot/Grüne Ideen aus Wien ungeprüft zu übernehmen. Man sieht ja täglich, was zu viel grünpolitischer Überschwang aus der schönen Weltmetropole Wien macht.“

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