Wien sperrt die Kuchelauer Hafenstraße. Nur Radfahrer dürfen seit geraumer Zeit die Kuchelauer Hafenstraße befahren. Das stößt auf immer mehr Widerstand bei den Klosterneuburgern. Stadt-Politik war machtlos.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 24. Mai 2018 (02:05)
Hornstein
Zum Ärgernis der Klosterneuburger ist die Kuchelauer Hafenstraße von der Stadtgrenze (Inkustraße) bis zum Kahlenbergerdorf für Pkw, Lkw und Motorradfahrer gesperrt. Nur Anrainer dürfen zu- und abfahren. Hornstein

Klosterneuburgs Autofahrer fühlen sich mehr als gefrotzelt. Die Kuchelauer Hafenstraße bis zur Stadtgrenze Wien-Klosterneuburg (Inkustraße) wurde zur Fahrradstraße erklärt. Wer von der B14 über die Bahngleise zur Kuchelauer Hafenstraße fahren will, der landet im verkehrstechnischen Nirwana. Schon vor Monaten wurde die Kuchelauer Hafenstraße mit Pollern versperrt. Fahrverbot. Jetzt wurde das Teilstück bis zur Klosterneuburger Stadtgrenze fast fertiggestellt – als Fahrradstraße.

Alle Wege führen von der Stadtgrenze Klosterneuburg bis zum Kahlenbergerdorf. Dieser Spruch ist Vergangenheit, denn nur eine einzige Straße steht für dieses Vorhaben zur Verfügung: die B14. Das erzürnt nicht nur Klosterneuburger Autofahrer, sondern auch unsere Kommunalpolitiker. „Für mich bringt das keinerlei Verringerung des Pkw-Verkehrs, sondern nur eine Verlagerung auf die B14 und auf die beiden Kreisverkehre, wo es dann vermehrt zu Staus kommt und damit noch zu einer schlechteren Umweltsituation als jetzt“, so Umweltstadtrat Sepp Wimmer von den Grünen. Er fordert einen eigenen Radweg, wie er auch auf Klosterneuburger Seite besteht und einen Rückbau, damit dort ein unterschwelliger Individualverkehr möglich ist.

Seit drei Jahren interveniert

Seit drei Jahren beschäftigt sich Verkehrsstadtrat Johannes Keherer (PUK) mit diesem Problem: „Trotz mehrmaliger Interventionen seit dem Projektstart unsererseits, wurde das Projekt seitens der MA 28 wie mit Scheuklappen durchgepeitscht.“ Da die Einmündung des Radwegs auf die nun den Fahrradverkehr bevorzugende Fahrradstraße bei der Stadtgrenze alles andere als ideal wäre, müsse man hier Maßnahmen für die Sicherheit unternehmen und eventuell baulich absperren. Auch Kehrer hätte stets einen baulich getrennten Radweg neben der Straße favorisiert, der hätte das Problem verhindert. Warum das, seitens der MA 28 nie aufgegriffen wurde, sei Kehrer unklar. „Vermutlich um mehr Parkplätze schaffen zu können. Eine Fahrtmöglichkeit über den Bahnübergang Richtung Gewerbegebiet – jetzt verboten – hätte zudem Umwegfahrten verhindert.“

Tiller: „Das war nicht meine Erfindung“

Bezirksvorsteher Adolf Tiller zeigt sich auch nicht gerade glücklich über diese Lösung: „Das war nicht meine Erfindung, sondern die von Maria Vassilakou von den Grünen. Notgedrungen musste ich das akzeptieren.“ Die Sanierung der Kuchelauer Hafenstraße hätte den Bezirk 600.000 Euro gekostet. „Dieses Geld hätte ich woanders gebraucht und eingesetzt“, so Tiller.

Einens konnte der Bezirksvorsteher aber veranlassen: Durch die fixen Poller ab dem Bahnübergang Richtung Wien, konnten die Boote nicht mehr zu Wasser gebracht werden, denn die Unterführung beim Kahlenbergerdorf ist zu niedrig. Tiller: „Jetzt wurde der mittlere Poller mit einem umlegbaren Poller ausgetauscht. Mit einem Schlüssel kann man ihn jetzt im Notfall umlegen.“ Der Kommentar des erbosten Klosterneuburger Bürgermeisters Stefan Schmuckenschlager ist kurz: „Danke, Frau Vassilakou!“