Winter-Urlaub mit Maske ist ohne Reiz. Die Klosterneuburger sind sehr skeptisch und vorsichtig. Urlaubspläne verschiebt man eher auf den nächsten Winter.

Von Thomas Török. Erstellt am 25. November 2020 (04:00)
shutterstock.com

Der Winter ist für viele Menschen eine Jahreszeit, in der man sich entweder in heimischen Skigebieten einen Wintersporturlaub gönnt, in den vielfältigen Thermenlandschaften Österreichs nach Erholung sucht oder den Vögeln nach Süden in die wärmeren Gebiete folgt.

NOEN

Durch die Coronapandemie ist heuer jedoch alles anders: Die Möglichkeiten, einen Winterurlaub planen zu können, sind durch Sicherheitsmaßnahmen, Lockdown und Reiseeinschränkungen im In- und Ausland sehr überschaubar geworden. Es ist aber nicht allgemein so, dass den Niederösterreichern heuer wegen dem Virus die Lust auf einen Urlaub vergangen ist. Die Reisebüros, die zu den Hauptleidtragenden der Situation gehören, können einen Einblick auf die momentane Lage der Buchungen so knapp vor Saisonbeginn geben.

Skigebieten sind die Hände gebunden

Die Klosterneuburgerin Sigrid Deutsch, die in der Leopoldstraße ein Reisebüro führt, bringt einen der Hauptgründe auf den Punkt: „Da die Skilifte in den Gebieten seit 3. November nicht in Betrieb genommen werden dürfen, stellt sich die Option momentan auch gar nicht.“ Sie würde aber generell zurzeit nicht unbedingt mit Fremden in eine Gondel steigen, da das Infektionsrisiko einfach so groß ist. Was den Skitourismus anbelangt, ist diese Saison für die Reisebüros allgemein ein verlorenes Jahr. „Da der Großteil der Leute ihren Skiurlaub ohnehin schon individuell bucht, bedeutet das für uns natürlich besonders wenig Einnahmen in diesem Jahr“, berichtet Deutsch weiter.

„Die Nachfrage nach Urlaub im Süden ist interessanterweise hoch – die Menschen wollen Sonne.“ Georg Wenisch, Geschäftsführer Kuoni

Georg Wenisch vom Reisebüro Kuoni in der Hofkirchnergasse sieht das ähnlich: „Der Umsatz ist um 80 bis 90 Prozent eingebrochen. Die Kunden sind noch sehr zurückhaltend und abwartend.“ Was den Auslandsurlaub in wärmeren Gefilden anbelangt, sieht er aber durchaus Interesse und Optionen.

Neue Optionen ohne Coronagefahr

„Die Nachfrage nach Urlaub im Süden ist interessanterweise hoch – die Menschen wollen Sonne. Die Angebote fehlen jedoch“, attestiert Wenisch. Die Buchungen fehlen eben noch, da die Länge des Lockdowns ein zu großer Unsicherheitsfaktor ist. In der aktuellen Situation tun sich aber auch neue Reisedestinationen hervor, die man bisher vielleicht nicht auf dem Schirm hatte. In Afrika ist die Coronalage vergleichsweise sehr stabil, und da werden laut Wenisch Länder wie Botsuana, Namibia oder Gambia gerade für viele attraktiv.

Aber für viele Klosterneuburger ist das Verreisen heuer aus mehreren Gründen keine Option. Unternehmer Stefan Wordie, der jährlich zum Wellenreiten auf die Kanaren fliegt, lässt heuer den Surftrip komplett aus. „Es wäre in gewisser Weise egoistisch, jetzt zu verreisen. Als Gastronom kennt man den Aufwand und die damit verbundenen Kosten, für nur eine Handvoll Gäste den Betrieb offen zu halten“, sagt Wordie. Laut dem Logistiker und Inhaber der Blue7 Lounge wäre es auch fahrlässig und nicht nötig, den Virus zu verbreiten. „Wir Selbstständigen müssen jetzt außerdem eher sparsam leben“, so Wordie.

Umfrage beendet

  • Winterurlaub trotz Corona?