Klosterneuburg

Erstellt am 19. Januar 2017, 05:47

von Christoph Hornstein

Winterdienst: Wie viel Salz ist erlaubt? . Wirbel um die Salzstreuung: Bürger beklagen die Menge. Fitzthum: „Halten uns nach den gesetzlichen Vorgaben.“

Baudirektor Manfred Fitzthum erklärt, warum Salz auf die Straße kommen muss.  |  NOEN, NÖN

„Vielen Dank, dass sie sich dieser Problematik angenommen haben. Wir wohnen im Buchkammerl, und dort lagen sogar kleine Häufchen Salz auf der Straße“, schreibt Gisela Holzinger als Reaktion auf den NÖN-Artikel der Vorwoche.

Artikel #34133500

So wie sie erleben viele Klosterneuburger die Bekämpfung von Schnee und Eis mit Salz durch die Stadtgemeinde. Baudirektor Manfred Fitzhum beteuert aber: „Da ist die Rechtssprechung schuld.“

Schneeweiß sind Klosterneuburgs Straßen nicht durch den gefrierenden Niederschlag, sondern durch die Salzsole, die von der Stadtgemeinde aufgebracht wird. „Unsere Autos sehen aus wie in Salz paniert, und wenn das ganze Salz dann weggeschwemmt wird, kommt es dann nicht in unser Grundwasser?“, äußert Holzinger berechtigte Bedenken. Außerdem beklagt sie das Leid ihrer Hunde: „Obwohl wir mehrmals täglich die Pfoten unserer Hunde eincremen, sind diese wund und aufgerissen.“ Sie bittet die NÖN, mitzuhelfen, dass „dieser Wahnsinn aufhört.“

Salz auch Gefahr für Autos

Der Klosterneuburger Hans Peter Halouska, früher in hoher Funktion beim ÖAMTC, ahnt, warum die massive Salzstreuung sein muss. „Das Problem ist die meiner Meinung nach überzogene Haftung des Straßenerhalters. Weil heute offenbar keiner mehr auf einer Schneefahrbahn fahren kann (und will), bleibt dem Straßenerhalter gar nichts anderes übrig, als massiv Salz zu streuen, will er bei einem Unfall nicht in die Haftung kommen.“ Halouska merkt an, dass die intensive Bearbeitung der Straßen durch Salz zu enormen Korrosionsschäden bei den Autos führt.

Die NÖN wollte es genau wissen und sprach mit der Stadtgemeinde. „Durch die Kälte und die trockene Luft wird das Salz sichtbar. Es ist nicht so arg, wie es vielleicht aussieht“, meint Baudirektor Manfred Fitzthum. Verantwortlich für wintersichere Straßen in Klosterneuburg sei der Straßenmeister, und der haftet auch dafür. Drei bis vier Mal pro Winter werde der Straßenmeister vor Gericht zitiert, wenn auf den Straßen etwas passiert. Gott sei Dank sei es nie zu einem Schuldspruch gekommen.

RVS gibt Richtlinien vor

Die gesetzliche Grundlage bilden die „Richtlinien und Vorschriften für das Straßenwesen“, kurz RVS (siehe Infobox) genannt, nach denen man sich richte. „Es gibt einen Streuplan, nach dem sich der Straßenmeister richten muss“, so Fitzthum weiter. Darin sei festgelegt, welche Straßen vorrangig behandelt werden müssen. Dort sei auch festgelegt, wie viel Salzsole aufgebracht werde.

Im Gegensatz zu Wintersportorten gebe es in Klosterneuburg immer wieder Plusgrade, die den Schnee schmelzen lassen, um dann bei Minusgraden zu Eis zu werden. Deswegen könne man in Klosterneuburg die Straßen nicht als Schneefahrbahn belassen.

Und Fitzthum abschließend: „Wir sind selbst erpicht darauf, nicht zu viel Salz auf die Straßen zu bringen, schließlich kostet das ja Geld.“