Klosterneuburg

Erstellt am 11. Januar 2017, 05:05

von Christoph Hornstein

Wirtschaftskammer dementiert: „Kein Lokalsterben“. Das Aus für das „Blumenstöckl“ und den Heurigenbetrieb Zimmermann in der Agnesstraße lässt auf ein Gastrosterben schließen. Die Wirtschaftskammer dementiert das.

Der Obmann der Wirtschaftskammer Klosterneuburg Walter Platteter will von einem Lokalsterben in Klosterneuburg nichts wissen.  |  NOEN, NÖN

Auf der Onlineseite der NÖN und in den Sozialen Medien schlug der NÖN-Artikel der Vorwoche „Lokalsterben in Klosterneuburg“ hohe Wellen. Da meldete sich auch die Wirtschaftskammer bei der NÖN und will von einem Lokalsterben in Klosterneuburg nichts wissen.

Dagmar und Michael Galler haben den Countdown für ihr Lokal „Blumenstöckl“ eingeläutet. Am 30. Jänner ist Schluss. Das Scheitern begründen die Lokalbesitzer mit zu viel Bürokratie. Mit der Einstellung des Heurigenbetriebs reduziert der Nobelheurige Zimmermann sein Angebot erheblich. Das Café Veit am Niedermarkt sucht „nur“
einen Nachfolger, und dann gibt es genug andere Gerüchte in der Stadt, die sich allerdings (noch) nicht bewahrheitet haben. Das veranlasste die NÖN, von einem „Lokalsterben“ zu sprechen. Die Wirtschaftskammer ist hier allerdings anderer Meinung.

Vielfalt und Qualität verbessert

„Ein Gastrosterben gibt es in Klosterneuburg sicherlich nicht“, versichern der Obmann und der Außenstellenleiter der Wirtschaftskammer Klosterneuburg, Walter Platterter und Fritz Oelschlägel unisono.

Und weiter: „Im Gegenteil, es hat sich die Vielfalt der Lokale und die Qualität in den letzten Jahren verbessert.“ Es gäbe sehr viele erfolgreiche Gastronomen in dieser Stadt. Als Beispiel wurden explizit die Lokale „Markgraf“, der Grieche in der Kierlinger-straße sowie der neu eröffnete „Ockermüller“ in Kritzendorf, die „Inderburg“ in der Leopoldstraße oder der „Waldhof“ Maria Gugging genannt. Platteter: „Der Waldhof ist sehr gut besucht und bietet hervorragende Qualität. Auch in Kritzendorf hat jetzt mit dem „Da Conte“ ein neues Lokal eröffnet, das sich sehr hoher Beliebtheit erfreut. „Wo sieht man da ein Lokalsterben?“, fragt Fritz Oelschlägel, „es gibt so viele Beispiele für erfolgreiche Gastronomie in Klosterneuburg.“

„Die Betriebe, die unsere Hilfe angenommen haben, sind heute auch erfolgreich.“

Fritz Oelschlägel, Außenstellenleiter der Wirtschaftskammer Klosterneuburg

Dass es, wie die Familie Galler vom „Blumenstöckl“ beklagt, viel zu viel Bürokratie gebe, das geben auch die Wirtschaftskammerleute zu. „Die Auflagen und Hürden sind natürlich da, das sehen wir auch, aber die sind für jeden gleich.“

Hilfe bei Neugründungen

Da hebt die Wirtschaftskammer ihre Hilfe für Neugründungen hervor. Oelschlägel: „Die Betriebe, die unsere Hilfe angenommen haben, sind heute auch erfolgreich.“ Gerade in der jüngsten Vergangenheit hätte sich die Wirtschaftskammer speziell für Lokale eingesetzt und sie bei Gründung erfolgreich unterstützt. Als Beispiel führt der Leiter der WK-Außenstelle das „Zwölf“ am Stadtplatz an, das floriere. Es gebe Beratung in jede Richtung, Spezialberatung bei der Betriebsstättengenehmigung und sogar eine personelle Betreuung bei allen Verhandlungen.

Auch der „Tanz“ um das Rauchverbot und die Registrierkasse sei bewältigbar. Platteter: „Das sind natürlich Hürden. Wenn man sich aber mit diesem Thema auseinandersetzt und die Hilfe, die wir anbieten, nützt, ist alles sicherlich zu schaffen.“

Und der Außenstellenleiter der Wirtschaftskammer Fritz Oelschlägel abschließend: „Man soll nicht alles schlechtreden, sondern die gegebenen Möglichkeiten analysieren und das Beste daraus machen.“ Die Stadt hätte eine Vielfalt an gastronomischen Betrieben anzubieten, und man arbeite weiter daran, diese Vielfalt auch zu erhalten.