Wo darf mein Hund frei laufen? . Der Streit einer Hundehalterin mit einer Joggerin löst heftigen Wirbel aus. Stadträtin Enzmann: „Brauchen Hundezonen.“

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 05. April 2018 (05:30)
Symbolbild
Vlado Radosa/Shutterstock.com

Eine Flut der Entrüstung löste ein NÖN-Artikel in der letzten Ausgabe aus. Auf Facebook schildert die Klosterneuburger Hundesitterin Vicky Zindel detailliert einen Konflikt mit einer Joggerin in Hadersfeld. Demnach hätte sich die Joggerin von den neun geführten Hunden Zindels belästigt und bedroht gefühlt. Die Hunde hatten weder einen Beißkorb noch waren sie angeleint. Es soll zu einer Auseinandersetzung gekommen sein. Mehr als 500 Postings hat der Facebook-Beitrag ausgelöst. Der Frage, wann und wo darf ein Hundeführer seinen Hund frei laufen lassen, geht nun die NÖN nach.

Da gestaltet sich gar nicht so einfach, denn gleich drei Gesetze schränken die Aktivität des Hundes ein: das Hundehaltegesetz, das Jagdschutzgesetz und das Feldschutzgesetz. Nach Bezirksförster Roland Jaggler von der Bezirkshauptmannschaft Tulln dürften an besagter Stelle - nämlich auf der Wiese in Hadersfeld – gar keine Hunde geführt werden. „Es handelt sich hiebei um fremdes Feldgut. Das ginge nur mit der ausdrücklichen Erlaubnis des Besitzers“, so Jaggler und bezieht sich dabei auf das NÖ Feldschutzgesetz.

„Bei Gefahr müsste die Hundeführerin die Hunde sofort anleinen, das ist aber bei neun Hunden schwer vorstellbar.“ Andreas Riemer, Bezirkshauptmann

An öffentlichen Orten im Ortsbereich (Ortsbereich ist ein baulich oder funktional zusammenhängender Teil eines Siedlungsgebietes) gäbe es die Pflicht, den Hund an der Leine zu führen oder mit einem Beißkorb zu versehen. Außerhalb des Wohngebietes, wie auf der Wiese in Hadersfeld, gelte aber auch das NÖ Jagdgesetz.

„Ein Jagdgebiet darf man abseits von öffentlichen Straßen und Wegen oder solchen Wegen, die allgemein als Verbindung zwischen Ortschaften, Gehöften und einzelstehenden Baulichkeiten benützt werden, ohne Bewilligung des Jagdausübungsberechtigten nicht von Hunden durchstreifen lassen“, ist da zu lesen. Jaggler: „Ein Durchstreifen ist schon dann gegeben, wenn der Hund nur zehn Meter neben dem Weg herumstreunt.“


Mehr dazu