Zoff in der Stadtkapelle. Missmut soll es in der Stadtkapelle darüber geben, dass die eigene Kapelle bei ihren Festen zu wenig zum Zug kommt. Obfrau Urteil: „Einladungen haben schon Tradition.“

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 04. September 2017 (13:49)
NÖN
Kommt die Stadtkapelle bei ihren Festen zu wenig zum Zug?

Vor knapp zwei Wochen ging im Binder-stadl der 16. Blasmusikheurige der Stadtkapelle Klosterneuburg über die Bühne. Dabei waren auch die Blasmusik Gnadendorf aus dem Bezirk Mistelbach und die Blaskapelle „Vivat“ aus sieben verschiedenen Bundesländern. Genau daran sollen sich Besucher und Mitglieder der Stadtkapelle – die nicht genannt werden wollen – aber gestoßen haben: „Klosterneuburger wollen nur Klosterneuburger hören und sehen.“ Die Obfrau der Stadtkapelle, Susanne Urteil, sieht das anders: „Dass wir Gäste einladen, ist notwendig und hat bereits Tradition.“

Hinter der Fassade der Blasmusik-Idylle scheint sich etwas Missmut zusammenzubrauen. Einladungen von auswärts ansässigen Blasmusikgruppen sollen überhandnehmen. „Bei Klosterneuburger Events Gastmusikkapellen einzuladen ist entbehrlich“, hört man da. Anlass war der 16. Blasmusikheurige, bei dem Gastkapellen eingeladen wurden, aber die eigene Big Band der Stadtkapelle nicht spielen durfte.

Die Stadtkapelle bietet alle Genres der Blasmusik: Das Große Ensemble, Böhmische Musik, die Jugendkapelle, die Red Diamonds mit ihren Evergreens und nicht zuletzt die Big Band der Stadtkapelle. Die hätte beim zweitägigen Blasmusikheurigen überhaupt gefehlt. Dafür wurden zwei Gastkapellen eingeladen.

„Wir haben das nicht notwendig, weil wir ein gutes Programm in allen musikalischen Genres bieten können“, so ein Mitglied, das nicht genannt werden will. Des Weiteren sollen die ohnehin spärlichen Auftritte – die Stadtkapelle spielt drei bis vier Mal im Jahr – mit der eigenen Gruppe besetzt werden. Besonders der Blasmusikheurige ist ein Fest der Stadtkapelle Klosterneuburg, und da sollten auch nur die Klosterneuburger spielen, so der Kritikpunkt.

Gastkapellen haben schon Tradition

Für die Programmgestaltung der Stadtkapelle ist die Vereinsleitung zuständig. Sie macht das Programm und lädt andere Gruppen ein. „Seit 16 Jahren werden Gäste zum Blasmusikheurigen eingeladen. Das hat schon Tradition“, verteidigt sich Obfrau Susanne Urteil. Außerdem sei das allgemein üblich, denn auch die Stadtkapelle Klosterneuburg werde von anderen Blasmusikgruppen zu ihren Festen eingeladen. Weiters sei es organisatorisch gar nicht machbar, dass nur die Klosterneuburger musizieren. Urteil: „Wir sind 48 Personen und müssen auch – wie beim Blasmusikheurigen – unsere Gäste bedienen. Da können nicht nur wir spielen.“

Es täte der Obfrau aber leid, dass manche Gäste enttäuscht sind: „Ich weiß, dass die Klosterneuburger am liebsten uns hören, aber wir können nicht ununterbrochen musikalisch tätig sein.“