Gefangen in Gedanken. Über ein Gefängnis im Pionierviertel.

Von Claudia Wagner. Erstellt am 11. September 2019 (03:22)

Wenn in Klosterneuburg jemand länger sitzt, so ist man meist beim Heurigen. Schenkt man den Befürchtungen von Bürgermeister Schmuckenschlager Glauben, könnte die Babenbergerstadt bald nicht für gemütliche Heurigen-Garnituren, sondern für schwedische Gardinen bekannt sein. Der Stadtchef prophezeit, dass sich am Kasernengelände ein Gefängnis ansiedeln könnte – sollte der Verkauf der Gründe an das Stift rückgängig gemacht werden.

Die Panik muss groß sein, denn gleich mehrere Schritte überspringt der Stadtchef in seiner Sorge: Noch hat die FPÖ den Rechnungshof nicht eingeschaltet. Noch prüft der RH nicht. Noch wurde keine Rückabwicklung eingeleitet. Noch ist der Bund nur der ehemalige Besitzer und nicht der neue, alte Eigentümer. Viele Konjunktive und wenige Fakten liegen der Angst vor dem Kasernen-Knast zu Grunde. Mit „könnte“ gewinnt man keine Diskussion – aber den Eindruck, dass eine Prüfung durch den Rechnungshof sehr wohl notwendig ist.