Das Ende der Raffinesse. Über den Abbruchbescheid am Kollersteig 135.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 05. Mai 2021 (03:30)

Dass man im Grünland einen Keller bauen darf, der mehr als doppelt so groß ist wie das darüber stehende Gebäude, dass man ein Haus im Grünland einfach auseinanderschneiden kann, dass es dann noch immer als „Erhaltenswertes Gebäude im Grünland“ gilt, wenn man davon de facto nichts mehr sieht, versteht niemand. Dass es seinen Status als „Erhaltenswertes Gebäude“ verliert, wenn man es statisch verändert, obwohl die Statik für das Gesamtbauwerk nicht mehr von Bedeutung ist – das ist nicht nur kurios, das ist für einen normaldenkenden Menschen nicht mehr nachvollziehbar.

Das Projekt Kollersteig 135 steht symbolhaft dafür, dass so manche Gesetze nicht nur am Verständnis der Bürger vorbeigehen, sondern vor allem dem Willen des Gesetzgebers nicht entsprechen. Denn er will, dass Grünland nicht zur privaten Baustelle wird. So ist es nur legitim, dass jene, die glauben, sich mit Raffinesse über das Gesetz stellen zu können, am Schluss die Zeche zahlen.