Der mit dem Wolf tanzt. Christoph Hornstein über die Angst vor dem „bösen“ Wolf.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 01. August 2018 (02:57)

Dass der Ortsname Wolfpassing daher rührt, dass eine Anhäufung von Wölfen diesen Ort passiert hätten, ist nicht überliefert. Tatsache ist aber, dass Wölfe den Wienerwald bevölkert haben. Allerdings vor langer Zeit. Das soll jetzt – in kontrollierter Form – wieder so sein.

Das EU-Ansiedlungsprogramm stößt aber auf Widerstand. Bei Bauern, weil sie Angst um ihren Viehbestand haben, bei Siedlern, weil sie Angst um ihre Gesundheit haben. Woher kommt diese Angst? Haben Grimms Märchen wirklich solche Spuren hinterlassen? Experten zufolge gibt es aktuell im gesamten Staatsgebiet maximal zehn einzelne Wölfe. Eine Gefahr für fast neun Millionen
Österreicher?

2017 waren mehr als 230.000 Hektar an Boden versiegelt, um 43.000 mehr an Beton, Asphalt oder Pflastersteinen als noch im Jahr 2001. Dort wird man keinen Wolf finden und das sollte uns – gerade in Kosterneuburg – mehr Angst machen. Daher scheint es angebrachter zu sein, mit dem Wolf vor Freude zu tanzen, als seine Existenz wegen drei Schafen infrage zu stellen.