Die Ritter der Vorzugsstimmen. Über den Vorzugsstimmenkampf der ÖVP.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 05. Februar 2020 (03:06)

Die ÖVP begeistert sich für ihr Vorzugsstimmenmodell. Der Hintergrund: die Förderung des Persönlichkeitswahlsystems. Der wahre Hintergrund: Wenn 67 aufgelistete ÖVP-Kandidaten um ihr Leiberl als Gemeinderat laufen, wenn sie sich also in einem Konkurrenzkampf um die Sitze im Gemeinderat befinden, dann bringt das Stimmen.

Wer es sich verdient hat, kann sich diesem beinharten Stimmenwerben entziehen, denn es gibt ja auch Fixplätze, die im Vorfeld vergeben werden. Heuer waren es gleich 13, also umwarben die restlichen 54 Kandidaten knapp 14.000 Wahlberechtigte, um einen der fünf Restplätze zu bekommen.

80 Vorzugsstimmen genügten, um den letzten Gemeinderatssitz der ÖVP zu ergattern. Wenn Ortsvorsteher Fanta sein Mandat zurücklegt, reichen sogar 66 Vorzugsstimmen, obwohl ein Mandat rund 340 Stimmen wert ist. Das Modell der ÖVP bringt sich um seine Ritterlichkeit, wenn mehr als zwei Drittel der Mandate als Fixplätze vergeben werden.